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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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24 Der* Jüdische ^Student Was wird' mit denen, die nicht nach Palästina gehen? Auch, ich glaube, der größere Teil wird nicht gehen. Der Weg für de Zurückbleibenden ist so selbstverständlich geworden, daß' wir es in der Tat nicht notwendig haben, darüber mit Wunderlich zu diskutieren. Das Hebraischlerneii ist in Berlin und in Königsberg mit großem -Erfolge durchgeführt worden. Die Berliner hebräische Arbeit hat nicht zu dem Ergebnis gelangt, das wir uns versprochen haben, aber sie hat doch zu einem Ergebnis geführt. Diejenigen, die für sich privatim gearbeitet haben, kommen mehr und mehr dazu, die Bibel zu Verstehen. Wenn wir dazu kommen, daß von 20 Schülerni die in einen hebräischen Kurs eintreten, nur 5 Interesse behalten, ist unsere Arbeit erfolgreich gewesen. In dem Augenblick, wo die Korporation daran gewöhnt ist, zu Erfolgen zu kommen, wird auch die Zahl größer werden. Darum darf man es nicht aufgeben. Es ist der einzige Weg, der zum Judentums zumckführt, und das einzige Mittel, das es der nächsten Generation ermöglichen wird, nach Palästina zu gehen: Dieser Weg wird die nachfolgende Generation zweifellos nach Palästina führen. r Nachmittag Pelz: Ich will dem Beispiel der meisten Vorredner iolgen und mich zur Blau-Weiß-Frage äußern. Eine große Reihe von BunÜesbrüdern steht dieser Frage mit großen Bedenken gegenüber. Ich möchte aber betonen, keiner von uns ist etwa gegen den Blau-Weiß, und alle erkennen die große Bedeutung der Bewegung als solcher an. Aber viele von uns haben deswegen ein so unbehagliches Gefühl, weil sie sehen, daß da Fordeningten von außen her an das K. J. V. gestellt werden, in Dingen (Erziehungsfragen, usw.), die innere Angelegenheit des K. J. V. sind und bleiben müssen. Es hat uns sehr stutzig gemacht, als wir hören .mußten, daß, recht junge männliche und auch weibliche Blau-Weiße über das Wesen und die Arbeit des K. J. V. von Grund aus aburteilen und als Bedingung innere Reformen vom K. Jt V. verlangten. Mir fällt da ein aktueller Vergleich ein: es ist so, wie Wilson sich in die inneren Angelegenheiten des Deutschen Reiches mischt. Und ich habe den Eindruck, daß sehr viele junge Bundesbrüder, die aus dem Blau-Weiß zu uns gekommen sind, und leider auch viele ältere uiid alte Bundesbrüder nicht den richtigen Standpunkt gefunden haben. Die jüngeren haben sich im K. J. V. fast nur als Blati-Weiße gefühlt und die Forderungen des Blau-Weiß vertreten; die älteren haben oft gar zu. bereit vor diesen Forderungen die Segel gestrichen und haben nach meiner Auffassung dabei das! Gefühl der Würde und der stolzen Selbstsicherheit eines iK. J. V.-ers gegenüber dieser fremden Kritik und diesen fremden Ansprüchen vermissen lassen. Gerade dieses Verhalten älterer ßundesbruder hat dem Blau-Weiß sehr viele Sympathien in unseren Kreisen gekostet Für uns ist die Blau-Weißfrage eine Frage unseres .Nachwuchses. Wir stehen vö'f der Tatsache, daß ein großer Teil des* Keilmaterials, das für uns in Betracht kommt, bereits eine bestimmte Schulung genossen hat und

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