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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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18 Der Jüdische Student Ich möchte nun in diesem Zusammenhange auf die ^äiästinaf ragei za sprechen kommen, weil dies damit im Zusammenhang steht. - Moses hat die Sache: so dargestellt, als ob die? K, J. V.er, die nach Palästina gegangeir*%ihd, demnicht gewachsen waren, weil sie nicht genügend dazu erzogen waren. Er meint, die in Blau-Weiß Erzogenen \* ürdera sich bessei dazu eignen, weil sie nicht nur im Sinne einer politischen Forderung hinübergingen, sondern ihr Fühlen und Denken so eingestellt hätten, daß sie sich dort nicht als Opfer fühlen und freudig arbeiten werden:. Der Beweis dafür wird schwierig anzutreten sein. Man sollte solche Behauptungen nicht auf stellen, wenn jedes Beweismaterial fehlt, weil noch keine Blau-Weißen nach Palästina gegangen sind. *~ Ich meiner daß Calvary recht hat, daß nämlich der Gegensatz von Alt und Jung, der Generationsunterschied die Blau-Weißen von den ältere» K. j. V.ern trennt. Es ist begreiflich, daß. die Jungen an gewissen Korporationsforderungen nicht mehr Genüge finden. Auch im deutschen Stude.ntuntüm ist das im allgemeinen der Fall. Es soll nun eine Form« gefunden werden, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation entspricht. Was die Palästinafrage betrifft, so möchte ich auf das eingehen, was bei der ganzen Debatte im J. St. und auch sonst unter den Tisch gefallen ist, weil die Betreffenden nicht die nötigen Kenntnisse darüber besitzen. Es ist gesagt worden, daß die Entbehrungen im Schützengraben eine gewisse Vorbereitung für die Palästinasiedler seien und sie sich dort so auch als Arbeiter wohl fühlen würden. Was die Landarbeiter betrifft, so werden^ solche dort immer aus Osteuropa zu bekommen sein. Es handelt sich" in Palästina hauptsächlich darum, mit erheblichem Kapitalaufwand eine landwirtschaftliche Kolonisation zu schaffen, und ich bin der Meinung, daß ein Westeuropäer nicht nach Palästina gehen soH, wenn er fiieht über Mittel yerfügt und in der Lage ist, sich so anzusiedeln, daß er ein menschenwürdiges Dasein führt wie etwa ein Farmer* in Südwestafrika, Menschen, die durch ihre ganze Erziehung dahin gefühlt sind, daß sie ais selbständige Besitzer tätig sind; Etwas anderes kommt für westeuropäische Juden neben-den freien Berufen als Arzt, Ingenieur, Kaufmann nicht in Frage. Dabei sind verhältnismäßig geringe proletarische Massen notwendig. Man braucht für eine Pflanzung ein bis zwei Arbeiter, die zu finden ist kein Kunststück. Es ist eine ganz andere Frage, warum sich K. J. V.er da drüben nicht wohl gefühlt haben. Es ist richtig, daß das teilweise so war, zuweilen' war es ihre eigene Schuld. Die Westeuropäer müssen sich eben allmählich ein-' gewöhnen und müssen sich vor jeder Art von Hochmut und Schneidigkeit sehr wohl hüten. Diejenigen, die das getan haben, wie Rüppin und Auerbach, haben den Anschluß .an die Ostjuden gefunden. Im ganzen ist aber die Zahl der Westeuropäer in Palästina so gering, daß man irgendwelche statistischen Schlüsse nicht zu ziehen vermag. Die Sache liegt viel ein- •fadier. Erziehung hin, Erziehung her; Sie Leute, die sich für Palästin« eignen, müssen es in sieb haben, und'es gibt verschiedene^ Methoden de* Insiclihabens. Zum Beispiel unser Bundesbruder Treidel/der eine einfache*

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