Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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"Der Jüdische!. Student *47 verbringen wollen. Ist das wirklich etwas Lebendiges und isl die Korporationsform überholt? .Oder, ist es nur das, daß sich der Blau-Weiße lieber imstoben will und deswegen gegen die Korporattori^sfc? Kanri ^ie Korporationsform so eingerichtet werden,, daß eine gegenselNg'Q Anpassung nrög- Jich ist? Ist es wirklich nur das, daß diese Jugend räch im Kj-V. nicht disziplinieren will? Es ist die Frage, wie können wir bewirken, daßsie sich im K. J. V. wohl fühlen und1 wie kann das K. Ji* V. der Träger der neuen, intensiven jüdischen Gemeinschaft zugeführt werden? Wie kann im K. J. V. ein wirklich konzentriertes jüdisches Leben sein? Hat hier das K. J. V. umzulernen? Oder irgendwelche Konzessionen zu machen? Ich ..weiß; nicht, ob es sich lohnt gegen Markus' Ideen zu polemisieren, er macht es wie Walter Moses, freilich umgekehrt Auch er möchte einen Gegensatz zwischen Blau-Weiß und K. J. V. konstituieren. Was ihm nicht paßt* Kneipe, Kommando, alles Aeußerliche, Konventionelle, .Ueberstrenge schiebt, ei dem K. J. V. zu, die goldene Freiheit, die Lebensfreude, die überströmende Jugendlichkeit bleibt dem Blau-Weiß reserviert. Da nach braucht es in etwa zwanzig Jahren keine K. J. V.er mehr zu geben. Ich glaube, daß es für die Mehrzahl der Blau-Weißen eine Form gibt, dem K. J. V. anzugehören, die Frage ist nur die Ausgestaltung. Umgestaltet muß das K. J. V. werden, 4a unsere ganze jüdische Gemeinschaft sich umgestaltet und im K. J. V. das Judentum lebendig werden muß. Lichtherrn: Liebe Bundesbrüder, ich würde mich an sich nicht für jDeiugt halten, bei dieser Tagung das Wort zu ergreifen, weil ich mehrere Jahre außerhalb des Kreises in Kons tan tinopel gelebt habe, und ich würde es den Buudesbrüdern überlassen haben, zu den Fragen, die hier behandelt worden sind, Stellung zu nehmen; aber im Zusammenhang mit der Blauweiß-Frage ist auch von der Uebersiedlung nach Palästina gesprochen ■worden. Ich möchte mich theoretisch dem anschließen, was Calvary gesagt hat. und ich glaube, döß Moses einen Irrtum begeht. Ich habe es niemals so aufgefaßt, daß das K.J.Y, eine politische Organisation sei. Das K. J..V. soll eine Erziehungsgemeinschaft sein. Wenn aber das K J. V. Erziehungsarbeit leisten soll, so muß'es Menschen heranzubilden suchen, die durch das Ich befähigt sind, auf ihre Umwelt einzuwirken und iür den Zionismus tätig zu sein. So haben wir auch die Erziehung, d. h. ciie Erziehungsarbeit in die erste Reihe zu rücken. Moses meint, daß im K. JL V. die politische Forderung in den Vordergrund gerückt werde, ich muß aber sagen, ich habe wenig davon gemerkt, und wenn ich irgendeinen' Vorwurf gegeri das Präsidium erheben wollte, so wäre es gerade aer, daß es den politischen Forderungen nicht genügend Rechnung trägt und zu wenig den Bück nach außen richtet, um auf das öffentliche jüdische Leben Einfluß zu gewinnen Wir können, nur wünschen, daß in Zukunft die Erziehung dahin führt, daß dann später die alten Herren auch polltisch wirksam sind. Bei den Blau-Weißen ist gewiß das erzieherische Motiv an erste Stelle zu setzen. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des einzelnen: sind auszubilden, damit ein gesunder Menschenschlag erzogen wird, der eben befähigt ist,. Neues zu schaffen.