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Der jüdische Student · 1917-11-01 · Heft 6-9 (November 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 6-9 (November 1917)
Date
1917-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Der Jüdische Student 15 Eindringen in das K. J.V. auch zu einer inneren Umgestaltung desselben führen muß. Dr. Rudolf Weißenberg: Liebe Bundesbruder! Die Blaü-Weiö-Be- -wegung ist nur der Anfang einer großen nationalen Bewegung, die kommen wird; und Sie haben es in der Hand, ob Sie an dieser Bewegungmitwirkeji werden oder ob sie über Sie^hinweggehen wird. Die Blau-Weißen haben zwei Ziele: erstens systematische Nationalisierung des Judentums, und zweitens die körperliche Ertüchtigung des Jujdetttums. Die zweite Aufgabe ist zum Teil tatsächlich erfüllt. Kommen Sie einmal auf einen Blau-Weiß-Tag, so werden Sie sehen, daß flieste fuden sich an körperlichen Vorzügen nicht mehr von germanischen Jungen unterscheiden. Ich habe nie eine Schar so schön gewachsener Kinder gesehen, wie ich sie bei den Blau-Weißen gesehen habe. .Aber die Mittel sind noch zu gering, und wir müssen mit den kleinsten Mitteln arbeiten, um überhaupt vorwärts zu kommen. Die bisherige Propaganda bestand darin, daß an einzelnen Tagen des Winters Redner^ hinausfuhren, um die erwachsene jüdische Bevölkerung zu bearbeiten. Sic sprachen von der Nationalität der Juden, aber zur praktischen Betätigung taten sie sehr wenig. Ich halte es unbedingt für möglich, daß die Jugend von vornherein mit dem: nationalen Gedanken vertraut gemacht wird. Wir haben gesehen, daß die jungen Leute die besten Schrittmacher für uns -geworden sind. Damit, daß. wir uns mit den Schülern beschäftigen, ist die Sache für uns noch nicht erschöpft. Ich halte für unbedingt nötig, daß in größerem Stile als bisher .Mittel zur Verfügung gestellt werden. Eng zusammenhängend damit ist auch eine andere Frage, (die heute das K. J. V. beschäftigt. Wer heute an das K. J. V. herangetreten ist, um in ein freundschaftlicheres Verhältnis zu ihm zu treten als bisher, dem darf das nicht durch tibergroße Forderungen erschwert werden. Es gibt Bestrebungen von Verbindungen, die uns zuneigen, und wir können zu ihnen in ein näheres Verhältnis treten als wir glauben. Dann möchte ich noch auf eine Frage eingehen, die hier noch nicht erörtert worden ist. Es ist der Standpunkt einzelner Leute, die im K.J.V. sind, daß. sie sich nicht recht darum bekümmern, auch an ihre Verwandtschaft heranzutreten und in ihrem kleineren Kreis für die Sache zu wirken. Wenn dies mehr geschehen würde, würden sich in einigen Jahren große Erfolge zeigen. Calvary: Liebe Bundesbrüder! Ich würde mich nicht zum Worte gemeldet haben, wenn nicht schon eine Reihe von Blau-Weißen gesprochen hätten und ich anderer Ansicht wäre als Walter Moses, der versucht, einen prinzipiellen Gegensatz zwischen dem Blau-Weiß* und dem K, J. V. aufzustellen. Und wenn das wahr wäre, so wäre es etwas Neues, das wir in. dieser Weise noch nicht geahnt hätten. Wenn wirklich zwei Bewegungen aufgestanden wären, so würde das dann freilich das ganze Problem ungeheuer erschweren, und ich würde ziemlich pessimistisch darüber denken; ich glaube aber, daß Moses sich irrt

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