Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 6-9 (November 1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der jüdische Student 7 Rosenberg: Liebe Bundesbrüder, ich möchte Vorschläge über den Gang der Verhaniungen machen. Die K. J. V.-Tagung zerfällt in zwei Teile; Heute ist die allgemeine Besprechung und morgen die Debatte über die Alteherrenorganisation. Wir können wohl bei dieser Einteilung bleiben, aber es ist nicht notwendig, daß wir uns den ganzen morgigen Tag mit der Organisation befassen. Es sind so wichtige Probleme zu er» örtern, und es ist nicht möglich, die alten Herren zu versammeln, ohne sich mit den zionistischen Fragen zu befassen. Diesen können wir auch den morgigen Tag widmen, während wir heute die Genera ibetrachtungea anstellen. Der morgige Vormittag wird also der Organisation der Altenherrenfrage überlassen, und zwar unter Ausschluß der Jüngeren. Es entspricht dies einem geäußerten Wunsch, und wir haben geglaubt, ihm Rechnung tragen zu müssen. Am Nachmittag würde dann die Debatte über die zionistischen Angelegenheiten stattfinden, die durch einen Bericht Martin Rosenblüths eingeleitet wird. Er kommt heute aus Kopenhagen hier an. Im Anschluß daran würden wir dann Berichte aus dem Osten hören und etwas erfahren, was sonst zu erfahren wir kaum in der Lage sind. Pelz: Ich möchte mich gegen die Bestimmung über den morgigen Tag wenden. Gegen die beiden geäußerten Vorschläge habe ich ernste Bedenken. Einen Alt-Herren-Tag anzusetzen an einem Tage, der als Kartelltag empfunden wird, ist ein Präjudiz, eine Vorwegnahme der Beschlüsse. Vorläufig gibt es noch keinen Alt-Herren-Tag, und es ist formell nicht geschickt, daß es schon so ins Programm gesetzt und gedruckt worden ist. Nun sollen die Aktiven davon ausgeschlossen werden. Ich stelle den Antrag, daß dies abgelehnt wird. Erstens sind die Aktiven nicht dazu hergekommen, um von dem zweiten Tage ausgeschlossen zu werden; zweitens stehe ich auf dem Standpunkt, daß einzelne Punkte auch von den Aktiven gehört werden sollen. Die Organisation der Alten Herren ist Sache des Kartells, und die Jugend wird auch darüber mit zu entscheiden haben. Ferner bitte ich, den Nachmittag nicht so zu verwenden, wie vorgeschlagen worden ist. Wir wollen die Mitteilungen von Rosenblüth anhören, aber eine Diskussion darüber gehört nicht in unsere Versammlung. Rosenberg: Das Präsidium hat gegen die Vorschläge von Pelz nichts einzuwenden. Wir wollen einfach zur Abstimmung übergehen. Hermann Lelewer: Ich möchte davor warnen, diese Tagung ebenso verlaufen zu lassen wie die vorige, indem1 Dinge mit einander verquickt werden, die nicht zusammen gehören. Um das zu verhüten, schlage ich vor, über die Fragen der Alten Herren erst morgen zu sprechen. Rosenberg: Wenn wir nicht durcheinander reden sollen, müssen wir die Tagesordnung einhalten. Ich bringe den Vorschlag von Pelz zur Abstimmung, Dieser geht dahin, die bisherige Tagesordnung umzustoßen und vor den gesamten Bundesbrüdern zu verhandeln. Ich glaube, daß der Wunsch von Pelz genügend Eindruck machen wird; Beschlüsse sind hier ja übrigens auch, nicht geplant gewesen. Den zweiten Antrag zieht