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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Jüdische Student 53 Glück hatten,, ihm persönlich nahe zu sein, aus diesem Bilde etwas Ansporn hartes. Beschwingendes hinüberretten können in ihren Alltag, so sind diese Zeilen, gerade auch im Sinne Alfred Wolfis, nicht umsonst gewesen. B r u n o K i r s c h h e r Richard Franck Am zweiten Dezember 1915 fiel Walther Franck in Frankreich als Musketier. Am sechsten August dieses Jahres folgte ihm sein jüngerer Bruder Richard in den Tod; er starb an den Folgen eines Bauchschusses, den er tags zuvor erhalten hatte, in einem flandrischen Kriegslazarett. Lest die Abschiedsworte, die Richard Franck, der nur ein Sommersemester — 1914 in Heidelberg — aktiver K. J. V.er gewesen ist, seinem Kriegskameraden Ludwig Franz Meyer und seinem Leibburschen Hugo Devries gewidmet hat, Ihr werdet daran ungefähr ermessen können, wes Geistes und Gemüts er war. Für den, der diese drei gekannt hat, wird es ein Augenblick wehmütig-schmerzlicher Erinnerung sein. Wie Richard Franck an unserer Bewegung, am Kartell gehangen hat — nur wenige wissen das. — Besonders behütete er mit der rührendsten brüderlichen Treue das Andenken seines Walthers. In seinem letzten Wunsch verfügte er, daß der Walther Franck-Garten mit dem Garten auf seinen Namen zusammengelegt und so beider Erinnerung gemeinsam gepflegt werde. Und großherzig bedachte er, wie auch Walther, die Rosenkranz-Stiftung, seine Stammkorporation und den Nationalfonds. Seine Geige bestimmte er einem begabten jüdischen Künstler, seine Kleider jüdischen Armen, seinem Leibburschen seinen Ring und sein Bild. Ueberall sann er, gutes zu tun und sich bei Freunden liebevolle Erinnerung zu bewahren. Ein rührendes Vermächtnis ist der Brief, den er als letzte Aussprache an Walther richtete, nachdem dieser so jäh gefallen. Es ist ein ergreifendes Bekenntnis inniger brüderlicher Liebe und treuer bundesbrüderlicher Gefolgschaft. „Eine Wahlfreundsc'haft wäre zwischen uns entstanden, wir wären uns als Bundesbrüder geistig näher gekommen; die Vorstufe zu edelster Freundschaft zwischen uns war gegeben. Du, Walther, warst der mehr kritische Geist ____ in Dir steckte ein starkes Lebensbedürfnisi und Freundschaftsbedürfnis, das Du jedoch nicht offen äußertest, sondern stihamhaft verbargst ____ Ich danke Dir für alles, was Du an Erinnerungen mir hinterlassen .,.. Alles zai Ende."

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