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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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52 Der Jüdische Student schrift brachte einen zuvor bereits in den Herzl-Bund-Blättern veröffentlichten Aufsatz von Wolff, der, zur Vertiefung der Arbeit und Verringerung der Reibungsflächen, eine „Arbeitsgemeinschaft der national-jüdischen Jugend" verlangte. Inzwischen ist dieser fruchtbare Gedanke in Berlin zur Tat geworden oder es sind wenigstens sehr vielversprechende Vorbereitungen erfolgt, die die Durchführung der Organisation nicht wieder einschlafen lassen werden. — Und noch ein anderes, Persönlicheres. Wohl nur die wenigsten wissen, wie intensiv Alfred Wolff im Jüdischen Volksheim zu Berlin mitgearbeitet hat, dessen Mitschöpfer er gewesen war, dessen Seele er bis zu seiner militärischen Einziehung geblieben ist. Hier trug er nicht nur mit seiner fesselnden Kunst über jüdische soziale Arbeit vor, in diesem Kreise vom äußeren Glück Verstoßener organisierte und übte er die sozialen Pflichten und beglückte damit die Andern und sich selbst. Ebenso hat er dem Herzl-Ciub in den letzten Jahren einen bedeutenden Teil seiner Arbeitskraft gewidmet, in dessen Blättern oft und eindrucksvoll zu den jungen Kaufleuten gesprochen — ich erinnere nur an den vom Pathos beflügelten Chanukkah-Aufsatz (1915): „Vom lebendigen Organismus des Judentums in unserer Zeit" —, und man muß. sich nur fragen: aus welchem unerschöpflichen Reservoir nahm er immer und immer wieder Zeit und Kraft und Lust zu so weitschichtiger Betätigung, neben der er doch treu seinem anstrengenden Lehrberuf diente und dem1 geselligen Erholungsbedürfnis nicht das Recht verkürzte? Sein Ueberfluß an Energien war rätselhaft. Die ihm ferner standen, werden, wenn bessere Tage kommen, ein eindringliches Bild wie von.Alfred Wolffs vielseitigen Interessen und Studien so auch von seiner eigenen Denk- und Gestaltungskraft aus dem Gedächtnisband empfangen, den sein Bruder Siegfried, mit dem er in liebevoller Brüderlichkeit zusammenlebte, aus den veröffentlichten Arbeiten und aus vorgefundenen druckfertigen Manuskripten zusammenstellen wird. Wer Alfred, Wclffs Arbeitsweise kannte, wird nicht erstaunt sein, einer reic'hen literarischen Hinterlassenschaft zu begegnen. Größer bleibt sein persönliches Vermächtnis; und wieviel Gedanken und Pläne schlummern nun mit ihm im galizischen Boden! Das aber ist das Ueberragende an Alfred Wolff: man könnte gegen jeden seiner Gedanken, gegen jede Formulierung etwas einzuwenden haben, und das würde doch gegen seine geistige Bedeutung, gegen Alfred Wolff als Ganzes, laßt mich einmal sagen: als Kunstwerk nichts ausmachen.-- Ich könnte Bogen um Bogen zu seinem Geständnis füllen, und es bliebe doch alles hinter seiner Wirklichkeit zurück. Seine Freunde wissen auch ohne mich, was sie an ihm gehabt und was sie an ihm, für ewig, verloren haben; wenn sich aber die, die nidht das-

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