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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Der Jüdische Student 51 ausgedehnten Kreis von Getreuen zu verpflichten, sich tiefen moralischen Einfluß zu sichern. Möglich aber war ihm auch das nur durch seinen unbedingten Glauben an die Menschen, durch jenen Optimismus, der seiner, bei allen analytischen Fähigkeiten letzten Endes doch mehr positiv und produktiv als kritisch orientierten Natur entsprang. (Mit diesem lächelnden Glauben überbrückte er Klüfte. Und wenn alier Zionismus ohne Optimismus undenkbar ist, so war's in erhöhtem Maßie seine jüdische Zukunftshoffnung, die, in einer so hübschen Anlehnung, nach Israels biblischen Lehrjahren und nach den Wanderjahren im Golus nun wieder im eigenen Lande die Meister- und Herrenjahre ersehnte.) Neben seinen von feinstem pädagogischen Verständnis eingegebenen Fuxenstunden werden seine Burschenkurse den nachhaltigsten Eindruck gemacht haben. Was für ein Wissen, was für ein Können, welche Belesenheit, welche Durchdringung des Stoffs verrieten sie! Ich denke da zum Beispiel an den im Sommer 1913 in Berlin abgehaltenen Kurs über das Zeitalter Theodor Herzls, zu dem er eine prachtvolle Einleitung im J. St. (X. Jahrgang, Heft 3) veröffentlicht hat. Jahrelang hat er Fuxen- und Burschenprüfungen abgehalten, wie ihm denn überhaupt eine allmähliche vernünftige Systematisierung des gesamten Unterrichts wesens im B. J. C. ständig am Herzen lag. Es war eine Selbstverständlichkeit, daß», nachoem 1912 der Kartelltag in Bonn Wolffs Anträge auf Zentralisierung der jüdischen Arbeit im Kartell durch Schaffung eines eigenen Ressorts gutgeheißen hatte, das Präsidium die Leitung dieser Stelle ihm übertrug, für die er sich alsbald mit seiner Energie und seinem Schwung einsetzte. Daß Alfred Wolff dabei einen sehr gesunden Instinkt für die praktischen Forderungen der Stunde hatte, will ich nur an einigen Beispielen zeigen. Zunächst an einem aus dem Gebiet der Judenpolitik Deutschlands. In einem 'Ende 1915 in der Jüdischen Presse erschienenen Aufsatz: „Verständnis und Verständigung" formulierte er in geschichtlichen und grundsätzlichen Ausführungen die Notwendigkeit, aber auch die Möglichkeit der praktischen Verflechtung deutscher und jüdischer Gefühle und Interessen in Fragen des inneren deutschen Staatslebens; in welchem Gegensatz zu unseren Radikalen, darüber wird er sich selbst am allerbesten klar gewesen sein. — Oder dies. Im Herbst 1912 begründete er im J. St. in einem übrigens brillant geschriebenen Aufruf zur „Organisierung der Arbeit an der Judenfrage" neben anderm' die Notwendigkeit der Schaffung eines „Archivs für das Studium der Judenfrage", begleitete diese Forderung sogar bis in technische Einzelheiten. Vier Jahre später erscheint, als geradezu aufrüttelndes Ereignis in der neujüdischen Publizistik, der „Jude", im Wesentlichen nach Art, Wert und Form eine glänzende Bestätigung und Erfüllung jenes Vorschlags. — Oder etwas anderes. Das letzte Märzheft unserer Zeit-

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