Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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-38- Der'Jüdische Student nisfeei , . . Und nur im Zusammenhange mit diesem; Punkt . .; darf von meinem Standpunkt aus das Lernen als Forderung *)' Phöben werden." Auch er fordert also — mit welchem Nachdruck, bleibt zunächst dahingestellt —, sobald er sich einer zweckvoilen Bedeutung des1 Lernens bewußt wird.; Diese Feststellung mag illustrieren, w!as jetzlt prinzipieller ausgedrückt werden soll. Wenn ich sagte, Krojanker überlasse alles <fem*- unbewußten - Werden, wofür er die Begriffe „wandelnde Zeit" . uiid ^Leben" gebraucht, so muß, dieser Satz in. seinem Sinne auf die Gestaltung und Umgestaltung geistiger Strukturen eingeschränkt Bierden. Er weiß natürlich, daß die politischen Bedingungen des Volkslebens durch bewußte Willensanspannung verändert und entwickelt werden können. In diesem Sinne hält auc!h er sich zu Forderungen an seine Nebenmenschen für befugt. Denen will er (S. 522)?,ihre Hilflosigkeit der hebräischen Grammatik gegenüber ... nicht als Schimpf anhängen", die „ein Intensivum an Betätigung auf .anderen zionistischen Gebieten nicht vermissen lassen". Krojanker übersieht nun m. E., daß! in bewegten, von Heuernden Ideen erfüllten Zeiten die politischen und geistigen Tendenzen nicht scharf getrennt, sondern oftmals eng ineinander verwoben sind. In einer Zeit politischer Spannung, in Zeiten also, in denen das Schicksal der Gemeinschaft das Geschick des Einzelnen tief berührt, wird auch die individuelle, geistige Tat im" Namen eines Gemeinschaftszweckes gefordert und gewertet und oft, sehr oft, auch nur um seinetwillen — vielleicht nicht getan — aber begonnen. Indem man die Taten vieler Einzelnen im Zusammenhange betrachtet, erhalten sie eine überindividuelle, kulturpolitische Bedeutung. So erwächst eine Propaganda geistiger Bestrebungen. Auch Bub er, sicher ein Mann des zWecfcfreien Geistes, fordert in seinem Referat über die hebräische. Sprache (Jud. Bewegung S. 184) die Tat des Lernens zu dem bewußten Zwecke, „um unserem Volke die Einheit wiederzugewinnen." Und er antwortet auf die Frage, ob man eine Sprache denn „machen" könne: „Eine Sprache kann durch Menschenwillen verbreitet werden." Er setzt sich (nebenbei bemerkt) auch mit denen auseinander, die auf den hemmenden Einfluß der „Lebensbedingungen" verweisien: „Unsere Tat ist eine . Resultante unseres Willens und der Lebensbedingtingen; jund zwar hat der Wille urcf siö größeren Anteil daran, je stärker die Spannung des historischen Moments ist". Ganz ähnlich fragt Buber in einem Aufsatz über „Jüdische Wissenschaft" (a. a. O. S. 53) auch-nach ihrem Z Wiec k. Er Sei auch der, „aus dem Gegebenen zu erforschen, was unserem Volk nottut und was es zu erwarten hat, seine Bedürfnisse und seine Möglichkeiten". Also ein ähnlicher, wie Buber sagt: „piraktisöh-theoretischer Zweck", den Blum.enfe 1 d (J. St. S. 483) in anderem Zusammenhange betont: *) Von mir gesperrt, F. R.