Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Der Jüdische * Student jüdischen Jugend zum Ausdruck brachte. Es kann deshalb äji dieser Stelle nur der dringende Wunsch ausgesprochen werden, daß die Bundesbrüder in anderen Städten sich der Gründung entsprer chender Ausschüsse annehmen, um so die gemeinsame Organisation der gesamten national-jüdischen Jugend Deutschlands durchzuführen., - Bis zu einem jüdischen Kongreß in Deutschland hat es also noch lang;e Weile. Was wir Zionisten wollen, ist klar. Wie überall,, so erstreben wir auch hier einen Kongreß, auf demokrat i s c h e r Grun d 1 a g e und nicht etwa eine Konferenz der großen Verbände. Wie überall wollen wir auch hier eine Stellungnahme für das amerikanische Kongreßprogramm hervorrufen. Es soll für den künftigen Friedenskongreß' festgestellt werden, daß auch die Juden Deutschlands fordern: Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern, nationale Minderheitsrechte in den Ländern jüdischer Massensiedlung und* Anerkennung der jüdischen1 Rechte auf Palästina. Wird das deutsche Judentum dafür zu haben sein? Herr Dr. Apfel vielleicht, aber ob ihm die Jugendbünde folgen werden? Herr Kurt Alexander und Herr Rabbiner Goldmann vielleicht, aber auch der K. C., dessen Tendenzen während des Krieges W e i t z - m ann im J. St. Euch skizziert hat? Und nun gar die Organisationen der Alten: Hilfsverein, Zentralverein, Logen usw., über die auch Apfel mit wegwerfendem1 Spott sprach. Oder in der jüdischen Presse: vielleicht wird es in dem „Hamburger Israelitischen Familienblatt" oder in den „K. C-Blättern" eine Stimme für uns geben, aber wer glaubt, daß der „Israelit" oder „Das Deutsche Reich'*' odet gar Ludwig Geigers „Allgemeine Zeitung" Verständnis für uns. haben werden? Dennoch wird man versuchen müssen, etwas zu erreichen, und die neu angeknüpften Beziehungen mögen einen ersten Anfang für eine Nationalisierung des deutschen Judentums bedeuten. F r i t z Löwensie i n . Zum Thema „Bundesbrüderlichkeit" Wenn ich im Auffrage des Präsidiums über die Frage schreibe, die viele Bundesbrüder seit dem K. J. V.-Tag beschäftigt hat,- so be~ absichtige ich nicht, ein Referat zu erstatten oder ein Gutachten abzugeben. Der Bericht darf unterbleiben, die Diskussion haftet frisch in aller Gedächtnis. Zum unparteiisdhen Gutachter fühle ich mich nicht berufen. Nur insofern mögen meine Worte vielleicht einem1 K a r t e 111 a g i n t e r e s s e entsprechen, als sie einer häufig und ausführlich dargelegten Meinungdie andere entgegensetzen^