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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Der Jüdische Student 3\Toch unwahrscheinlicher ist es, daß wir mit dem5 K. C. zustimmen gehen können, wenn es gilt die Rechte jüdischer Studenten aus anderen Ländern zu wahren. Wir denken noch mit Empiörung der Art, mit der uns der K. C. in Berlin in unserem Kampfe für die russischen Juden in den Rücken fiel, indem er sich bereit zeigte, die Forderungen der antisemitischen Klinikerschaft weitgehend zu bewilligen. Den K. C. trifft die Beweislast, daß er sich geändert hat. So stehen wir den beginnenden Besprechungen mit dem K. C. mit Mem ehrlichen Willen gegenüber, uns zu verständigen, wenn sich gezeigt haben wird, daß der K.C. sich, sei es in jüdischen, sei es in studentischen Dingen, zu unserem Standpunkt durchgerungen hat. Aber im Prinzip gibt es keine Aenderung im gegenseitigen Verhältnis. Wir wollen den jüdischen Akademiker Deutschlands für uns gewinnen. Dasselbe will der K. C, und nur der Kampf kann entscheiden. Jeder Gedanke an ein Keilabkammen muß als indiskutabel zurückgewiesen werden, und wir sind auch nicht imstande zu versprechen, unseren Standpunkt vom jüdischen Unwert des K. C. nicht mehr öffentlich zu vertreten. Aber unnötige Reibungen sollen vermieden werden, und wo wir mit dem K. G. zusammen gehen können, ohne. Aufgabe unseres Standpunktes, werden wir es tun, aber Kompromisse kann und wird es nicht geben. An Positivem liegt nur dieses vor. Gemeinsam ist den beiden bisherigen Besprechungen, daß von gegnerischer Seite die erste Anregung ausging, daß in beiden Fällen die Führer (Apfel, Mainzer, Boehm) sich uns genähert hatten, während die Stellung der Verbände selbst noch nicht feststeht. Unsere Handlungsfreiheit ist jedenfalls gewahrt. Dr. Apfel wird noch mit den Liberalen, den Orthodoxen und dem K. C. verhandeln und nur wenn diese Unterhandlungen ebenfalls positiv verlaufen, wird es überhaupt m allgemeinen Besprechungen kommen. Die Stärke des nationalen Judentums bei ähnlichen Verhandlungen beruht zum Teil auch auf der Tatsache, daß wir geschlossen und einheitlich aufzutreten gewöhnt sind. Der neu gegründete Berliner national-jüdische Jugendausschuß, dem größtenteils auf seine Anregung in Posen, Breslau und München entsprechende Organisationen an die Seite getreten sind und der sich weiter bemüht, auch in anderen Orten, wie Hamburg und Frankfurt, Ausschüsse zu gründen, hat dabei eine wichtige Funktion gehabt. Seine eigentliche Aufgabe bestand in der Beseitigung innerer Streitigkeiten, in Unterstützung bei der Arbeit, gemeinsamer Veranstaltung und ähnlichem. Auf seine Einladung versammelten sich die Vertreter der Organisationen, die an der Besprechung mit Herrn Dr. Apfel teilnehmen wollten, vorher, um über den gemeinsamen Standpunkt zu beraten. Man erzielte allgemeine Einigkeit und man wählte den Vorsitzenden des Ausschusses Bbr. Dr. Löwenstein zum Sprecher, der Apfel gegenüber die geschlossene Meinung der national-

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