Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Der Jüdische Student Antisemitismus, Eintreten tür die russisch-jüdischen Studenten lund dergleichen. - ) Zu einer entscheidenden Aussprache ist es noch nicht gekommen. Vermutlich wird in nächster Zeit Herr Rechtsanwalt Bae ktti mit Bbr. Dr. Rosenberg -eine Vorbesprechung haben, bei deren positivem Verlauf eine gemeinsame Sitzung von Vertretern beider Verbände in Aussicht genommen ist. Unsere Stellungnahme dürfte folgende sein: Es war für uns selbstverständlich, nachdem der erste Schritt "vom K. C. geschehen; ist, unser Entgegenkommen zu zeigen. Niemand von uns wird auf die unerträglichen studentischen Formen Wert legen, in denen sich der Verkehr beider Verbände bisher abspielte. Wir werden gern in eine Aufhebung der Verrüfe willigen, freilich nur auf dem Wege des) gegenseitigen Uebereinkommens und nicht etwa auf dem der „Reinigungs'meinsur", wie sie von der Münchener Licaria zur Aufhebung: des Verrufes gegen die V. J. St. Kadimah in Vorschlag gebracht wrurde! Daß von unserem Standpunkt aus ein Satisfaktionsverbot und ein obligatorisches Schiedsgericht zwischen K. C. und uns nur zu begrüßen wäre, braucht niccht hervorgehoben zu werden. Ob' aber der Standpunkt des K. C. in Satisfaktionsdingen sich so gewandelt hat, daß er zu einem Beschlüsse reif geworden ist der als Durchlöcherung der unbedingten Satisfaktion angesprochen werden kann, darf bezweifelt werden. Die K. C.-Blätter zeigen weder in diesem noch in anderen Punkten eine Aenderung gegen früher und so scheint sich auch hier die Erfahrung zu bestätigen, die wir" bei dem ganzen hier behandelten Problem machen können; daß nur einige Führer sich gändert haben, während die Massen ihren Standpunkt unverrückt beibehalten haben. Das gilt auch für die weiteren vorn K. C. in Aussicht genommenen Punkte der Besprechung. Wir wissen aus den Erfahrungen des Berliner Studentenausschusses, daß|t der K. C. in studentischen Angelegenheiten auf seinen Standpunkt als „Korporation" großen Wert zu legen pflegt und somit den Gegens&tz zur Finkenschaft stark unterstreicht. Wir werden an dieser Methode kein Interesse haben, sondern von Fall zu Fall mit der Gruppe gehen, deren Ansichten den unseren entsprechen. Der K. C. wird Feiern patriotischen Charakters mit größter Bereitwilligkeit mitmachen; wir stehen diesen Dingen zurückhaltend gegenüber und würden uns 7. B. am Sabbath an ihnen unter keinen Umständen beteiligen. Was den Kampf gegen den Antisemitismus anbetrifft, so pflegt dieser in der Studentenschaft vom K.C. wie von uns in gleicher Weise, nämlich mit der Waffe in der Hand, ausgetragen zu werden.. Ein Zusammengehen ist begrifflich nicht möglich. Sollte es aber nadi dem Kriege dahin kommen, daß der Kampf, gegen den Antisemitismus in politischer Weise geführt wird — mit Wahlen, Flugblättern! und Versammlungen —, so muß es sich erst zeigen, ob Begründung, und Methode sich so gleichen, daß! ein Zusammengehen möglich ist.