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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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26 Der Jüdische Student Wenn wir die Hoffnung haben, auf der Friedenskonferenz die Judenfrage behandelt und in unserem Sinne entschieden .zu sehen, müssen wir das jüdische Volk organisiert hinter uns haben. Es würde hier zu weit führen zu schildern, wie diese Erkenntnis heute außerhalb Deutschlands die Zionisten aller Länder beeinflußt und ihnen ihr Handeln vorschreibt. Die Entwicklung in Amerika ist bekannt und auch über Rußland hat die zionistische Presse eingehend berichtet. In beiden Ländern scheint es dahin zu führen, daß fast das gesamte Judentum unter zionistischer Führung .die nationalen Forderungen unseres Volkes formuliert. Die Strömungen gleicher Art in Südafrika, in Italien, in der Schweiz können hier nur erwähnt werden. Daß. auch in England, verursacht .durch die dem Zionismus besonders günstige politische Situatioji, ein Kongreß in Aussicht steht und daßvor allem hier führende -Aritizioriisten in unsere Organisation übergegangen sind und die maßgebenden Organisationen unter zionistischer Führung stehen, ist Euch ebenfalls bekannt. Von besonderem Interesse ist für uns die Entwicklung der Dinge in Oesterreich, die der unseren -SO nahe verwandt ist. Wird es auch in Deutschland möglich sein, die Juden zu organisieren, einen Kongreß: der deutschen Juden zu schaffen und die Forderungen der Gleichberechtigung, der nationalen Autonomie im Osten und der Rechte auf Palästina, aufzustellen? Die Beantwortung ^dieser Frage setzt die Kenntnis der Besprechungen voraus, die bisher schon stattgefunden haben. Herr Dr. Apfel, der Vorsitzende des Verbandes der Jüdischen Jugend vereine Deutschlands war in der ersten IZeit des Krieges Soldat. Seit seiner Rückkehr hat er in auffälliger Weise die Aenderung seines Standpunktes nach außen demonstriert. In einem Artikel in den von seinem Verband herausgegebenen „Mitteilungen" betonte er die glänzende Haltung der Zionisten im Kriege :und die Notwendigkeit, bei künftiger Arbeit im deutschen Judentum1 mit den Zionisten zusammen zu gehen, da man sich gegenseitig "brauche. In einer Tagung des Verbandsvorstandes wies er noch entschiedener auf die Notwendigkeit guter Beziehungen zu uns hin .und sprach über die Aenderung in der weltpolitischen Lage des Judentums. Außerdem forderte er in einem Artikel einen Kongreß .der Juden der Zentralmächte, bei dem er freilich die Gegensätze «zu verwischen suchte, indem er z. B. behauptete, wir alle hingen an der alten Tradition, wollten aber gesunden Fortschritt, wir alle wollten Kolonisation in Palästina und seien doch gute Deutsche und ^ähnliche Plattheiten. Eines Tages teilte er dem Berliner Zionisten :Herrn Rechtsanwalt Max Strauß (nicht K.J.V.er), seine Absicht jnit, au alle jüdischen Jugendorganisationen Deutschlands mit der Aufforderung zu einer gemeinsamen Tagung heranzutreten. Nachtdem wir ebenso inoffiziell1: unsere Bereitwilligkeit zu kommen, er-

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