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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Der Jüdische Student 25 und die bisherigen Mißerfolge bei der Verteidigung der jüdischen Rechte lassen das Bündnis mit den Zionismen erwünscht erscheinen. Es soll aber nicht geleugnet werden, daßi neben diesen Argumenten bei einem kleinen Teil der deutschen Juden auch andere Erwägungen mitsprechen, die von klarerer Erkenntnis für die wahre Sachlage zeugen; Der Krieg im Osten hat manchem deutschen Juden das Erlebnis des ostjüdischen Volkstums gebracht. Und das Beispiel der Organisierung in Amerika, Rußland und anderen Ländern in bewußt nationalem Sinne regt zur Nacheiferung an. Als das Grenzschlußproblem kam, hörten wir von manchen Seiten, von denen wir es nicht erwartet hatten, ehrliche nationale Stimmen, so von Herrn Rabbiner Dr. Goldmann, und den letzten Aufrufs des Hilfswerks für Palästina haben Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel und Herr Rabbiner Dt. Goldmann unterschrieben, obwohl darin von den „Pionieren unserer Wiedergeburt" die Rede ist. Es ist freilich augenscheinlich, daß derartige wirkliche Aenderungen in ihren- Anschauungen nur bei einigen wenigen unserer Gegner zu konstatieren sind, während die überwiegende Mehrzahl nichts vergessen und nichts zugelernt hat. Für uns können die ersten beiden Argumente unserer Gegner von keiner Bedeutung sein. Wir haben nie daran gezweifelt, daß unsere Freunde im Kriegsfalle ihre Pflicht tun würden, und die Zunahme des Antisemitismus ist uns weder überraschend gekommen noch kann sie auf unsere Stellungnahme Einfluß gewinnen. Wohl aber konstatieren wir mit Genugtuung, wenn bei einzelnen deutschen Juden eine Annäherung an unseren nationalen Standpunkt zu bemerken ist. Für uns liegen die Dinge klar genug. Unsere Stärke ruht in unserer geschlossenen, jedem Kompromiß, abgeneigten, nationalen und palästinensischen Auffassung der Judenfrage und in der auch durch den Krieg nicht erschütterten Festigkeit unserer Juden aller Länder umfassenden Organisation. Es gibt nur zweierlei für uns: Aufnahme von Einzelpersonen oder Organisationen in die zionistische Organisation, wenn sie das Baseler Programm angenommen haben, oder Bündnis mit Nichtzionisten zu gemeinsamen Aktionen, wenn unser prinzipieller Standpunkt unerschüttert bleibt. Wir -fühlen unsere Kraft gewachsen. Kein Erlebnis dieses Krieges hat die innere Verbundenheit der Zionisten mit unserer Idee lösen können. Kein Weltkrieg, keine politischen Kombinationen vermochten die Einheit zionistischer Arbeit zu stören. * Unsere Idee hat gezeigt, daß sie wohl imstande ist, die großen Judenimassen zu gewinnen und sowohl das Anwachsen der Schekelzahler in Osteuropa und Amerika, wie die JKongreßbewegung, die ein Land nach demanderen ergreift, beweisen uns die sieghafte Kraft unserer Idee. Wir wissen heute, daßi wir' bei einer Zusammenarbeit mit den anderen entweder auf sie Einfluß gewinnen oder dies nidit erreichen werden, aber daßi jene uns niemals werden beeinflussen köinneni-

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