Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der. Jüdische Student 23 Es soll nichts geschehen, was; drei Viertel entweder der Altherreuschaft oder der Studentenschaft gegen sich hat. Dieses' verhältr iiismäßig einfache Verfahren dürfte einer Majorisierung^ stets vorbeugen, . Auf diese Weise wird der Altherrenschaft als gleichberechtigtem Faktor neben, der Studentenschaft der ihr zustehende Einfluß. auf die Willensbildung des Kartells gewährleistet, ohne daßes zu einer Zweiteilung des Kartells unter Aufgabe unseres bisherigen organisar torischen Aufbaues kommt. Ebensowenig, wie ich die Rechte des Kartelltages durch eine Organisation der Alten Herren beschränkt wissen rnöchte, halte ich eine besondere Exekutive der Altherrenschaft --- gewissermaßen als eine Bremse an dem Wagen des Karstens — neben dem Präsidium für wünschenswert. Die einheitliche Führung des Kartells muß vom Präsidium ausgehen. Es ist undenkbar, daß das Präsidium als höchste Instanz des Karteils, rreia. die vollkommene Leitung des Kartells in Händen hat. Ebenso un* möglich ist es, daß das Präsidium} diese politische Leitung mit einem anderen, mit ihm rivalisierenden Organ, das seine Kompetenz nicht vom Kartelltag herleitet, teilt oder gar von 'ihm kontrolliert wird. Die ungeteilte und unbestrittene Führung in allen politischen Fragen muß in den Händen des Präsidiums verbleiben. Allerdings müß-dann auch/das Präsidium anders aussehen als heute. Wir brauchen ein großes Präsidium, das aus den anerkannt führenden Persönlichkeiten des Kartells besteht, die nicht an den Aufenthalt an einem Orte gebunden sind, und daneben einen geschäftsführenden Ausschuß, der dem Präsidium untersteht und die einzelnen Ressorts verwaltet, mit dem Sitz in Berlin. Diese Teilung entspricht dem Bedürfnis einer großen Organisation, die wir heute sind, die nicht, von ein paar Leuten von einem Kärtelltag zum anderen autokratisch geleitet werden kann. Die Institution des GesamtpräsidiumsJ, das. analog dem großen A. C. oder dem Zionistischen Zentralkomitee in Deutschland von Zeit zu Zeit oder aus besonderen Anlässien zusammentritt um die Richtlinien der Arbeit des Präsidiums zu bestimmen, bürgt dafür, daß diese Arbeit mit dem wirklichen Willen des Kartells übereinstimmt. Walter Fischer Unser Verhältnis zu den nichtnationalen Jugendorganisationen lieber die Stellung der Zionistischen Organisation zu anderen: jüdischen Verbänden herrschte ein alter Streit in unserem Lager; Die ältere Richtung, die im1 Kartell durch Bundesbrüder wie Zwirn und Witkowsky repräsentiert wird, verlangt, daß unser Stre-