Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 5 (September 1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537721-3537726--4078-3541821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jüdische Student '19 •Teilnahme an unserem1 Gemeinschaftsleben ermöglicht So wenig "wie" wir heute noch unsi©re Korporationsefziehung ausschließlich auf. den Typ des ungeistigen KorporationsStudenten einstellen können, der seine naive Freude an studentischen Dingen, an Fechten und Kneipen hat, so wienig können wir heute eine Zweiteilung /.wischen unpolitischen Korporationsstudenten und politischen Arten Herren aufrecht erhalten. Unsere Korporationserziehung ist vom ersten Tage auf die Heranbildung politischer Menschen gerichtet, politisch hier im eigentlichen Sinne des Wortes gebraucht, zu Gemeinschaftsmenschen. Wir wollen Menschen schaffen, von denen sich ein jeder .als aktives Mitglied nicht nur der engeren Gemeinschaft der Korporation und des Kartells, sondern der großen jüdischen Gemeinschaft fühlen und mit leidensehrfrtJicher, Aktivität in den Fragen des jüdischen Gemeinschaftslebens Partei ergreifen soll. Die großen Fragen des Zionismus, die politische Arbeit und die Besiedlung Palästinas, die Galukarbeit, das Kulturproblem, sind Fragen, die jeden einzelnen von uns und sei es den Jüngsten, genau so betreffen, wie den Alten Herren. Gewiß wird die politisch reifere Persönlichkeit iei ihrer Stellungnahme zu diesen Fragen eine ausschlaggebendere Bedeutung besitzen, aber das Recht der Stellungnahme kann auch den Jüngsten nicht verwehrt werden. 1 1:1 Ich mochte das Ergebnis des bisher Gesagten dahin zusammenfassen, daß ich die Altherrenfrage insoweit als ein organisatorisches Problem ansehe, als durch eine vollkommenere organisatorische Eingliederung der Altherrenschaft in die Gesamtorganisation des K. J. V. bessere Bedingungen für die aktive Teilnahme der Alten Herren am Leben des Kartells geschaffen werden. Ich habe jedoch keine Zweifel darin gelassen, daß ic'h jeder grundlegenden organisatorischen Spaltung, die den einheitlichen Charakter des Gesamtkartells bedroht, ablehnend gegenüberstehe. Im1 folgenden will Ich zeigen, wie ich mir praktisch die Verwirklichung der organisatorischen Eingliederung der Alten Herren vorstelle. Ich will von dem bisher Vorhandenen ausgehen. Bis zur Fusion hatte man in den beiden alten Kartellen die Altherren-Frage verschiedenartig behandelt. Im K. Z. V. bestand bereits ein Altherren-Verband, der sämtliche Alten Herren des Kartells umfaßte. Aber man kann nicht verschweigen, daß« er lediglich eine Attrappe war und zu einer wirksamen Tätigkeit nie gelangt ist. Das einzige Organ, das er geschaffen hatte, war ein oft und gern in Anspruch genommener Ehrenrat. Im B. J/C. hingegen w!ar man zu einer Zweiteilung gelangt, in Altlierren-Bünde der einzelnen Korporationen und Bezirksverbände. Der Altherren-Bund war als das Rückgrat der Einzel-Korporation gedacht, er sollte ihr finanziell zur Seite stehen, sollte den jüngeren Bundesbrüdern gesellschaftlichen: Anschluß bieten, unter