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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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?0 v Der Jüdische Student seinen Mitgliedern gesellschaftlichen Verkehr piflegen? und die besondere Tradition der Korporation verkörpern. Demgegenüber watr der Bezirks verband die lokale Arbeitsorganisation, die die in einein bestimmten Landesteil ansäßigen Bundesbrüder umfaßte und zu einer Arbeitsgemeinschaft vereinigte. Diese Zweiteilung ist jüngeren Datums und war bis zur Fusion über das erste Entwicklungsstadium nicht hinausgelangt. Aber wir finden hier einen entwicklungsfähigen Ansatz, der weiter auszubauen sich verlohnt. Dies gilt vornehmlich für den Bezirks verband. Er kann, wie Löwenstein*) dies bereits an anderer Stelle gefordert hat, großzügige Keilarbeit leisten, in engster Fühlungnahme mit denjenigen Jugendorganisationen stehen, aus denen sich unser Nachwuchs rekrutiert oder rekrutieren sollte. Er kann Veranstaltungen, insbesondere in den Ferien, organisieren, die der jüdischen Weiterbildung auch der jüngeren Bundesbrüder dienen. Er muß weiterhin die zionistischen und allgemein jüdischen Verhältnisse der betreffenden Gegend eingehend kennen, muß der Zionistischen Organisation Vorschläge machen, wo Vorträge angebracht sind, an wen man sich in jeder Angelegenheit am besten wendet, muß vielleicht die lokale zionistische Arbeit überhaupt machen, und es wäre sicher zu wünschen, wenn er auch zu den für uns wichtigen nicht jüdischen Kreisen (Behörden, Politikern, Presse) Beziehungen unterhält. Als eine aus Akademikern zusammengesetzte Körperschaft kann er das* leichter, als ein aus allen ansäßiigen Zionisten zusammengesetzter zionistischer Verband. Die im Bezirks verband vereinigten Alten Herren werden sich aber nicht nur auf speziell zionistische Arbeit beschränken. Sache des Bezirksverbandes als der ortskundigen Instanz wird es. sein, festzustellen, ob Mitarbeit z. B. von neutralen Jugendbiinden erwünscht ist, ob Eintritt in die Logen in Frage kommt, ob Teilnahme am Gemeindeleben zweckentsprechend ist. Sicher sind dies gerade die Tätigkeiten, die für den Aktiven viel weniger in Frage kommen. Die Arbeit des Aktiven liegt, wenn auch nicht ausschließlich in der Korporation, so doch im engeren national-jüdischen Kreise.. Der. Alte Herr darf auf Grund seines festen Standpunktes in jüdischen Dingen in allen jüdischen Organisationen arbeiten, wo er sich Erfolg in unserem Sinne verspricht. Es wird von lokalen Verhältnissen abhängen, über die eben der Bezirksverband Bescheid wissen muß, inwieweit die Gemeindearbeit, auf die von manchen Bundesbrüdem besonderer Wert gelegt wird, zu betreiben ist. Aber auch damit sind die Aufgaben des Bezirksverbands nicht erschöpft. Gerade die Zeit des Krieges hat gezeigt, daßi es sidi nicht nur darum handelt, über die tatsächlichen Vorgänge in der Partei und im Kartell informiert zti bleiben, sondern daß es sich für *) Rundschreibendes Präsidiums vom Januar 1917.

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