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Der jüdische Student · 1917-09-01 · Heft 5 (September 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 5 (September 1917)
Date
1917-09-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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12 Der Jüdische Student Orten kann man durchaus von Verbindungen im Friedenssinne sprechen. Er wird Keilarbeit geleistet, deren Ergebnisse mit den früher erzielten wohl zu vergleichen sind, aber keinesfalls mit denen, die wir im Frieden erwarten. Für die' Folgezeit werden verhältnismäßig befriedigende Resultate erwartet. Die innere Ausbildung beruht, wie früher, auf Tendenz- und Kommentunterricht, die überall von Alten Herren erteilt wurden oder wenigstens von Bundesbrüdern, die schon im Frieden aktiv "gewesen waren und .die damit eine Bürgschaft dafür boten, daß. der Unterricht in der gewohnten Weise und nach den gewohnten Prinzipien aufgebaut ist. In der Art des Geschichtsunterrichts ist eine Lösung noch immer nicht gefunden worden. Die Korporationen schwanken zwischen Geschiehtskursen bei wirklichen Fachkennern, wie sie in Berlin und Heidelberg gegeben wurden, deren Nachteil darin bestehen mag, daß, sie zu viel voraussetzen, und zwischen bloßen Repetitionskursen beim Tendenzfuxmajor, die die für das Burschenexamen erforderlichen Kenntnisse übermitteln, aber ein tieferes Eindringen und wirkliche Liebe zum Stoff nicht hervorbringen. Vielfach wurde überhaupt kein Geschichtsunterricht erteilt und die nachher im Burschenexamlen geprüfte Erwerbung der Kenntnisse dem Privatfleiß der Füxe überlassen. Hebräischer Unterricht ist überall versucht worden. Seine Resultate werden in Königsberg als gut hingestellt, während in den übrigen Korporationen ein definitives Urteil nicht gefällt werden kann. Bemerkenswert ist,, daß: vielfach die älteren Bundesbrüder privatim lernen, ein Beweis für die starke hebräische Stimmung, die heute im K. J. V. herrscht. Daß der Sport etwas zurücktritt, ist erklärlich und zeigt jsich in sämtlichen uns vorliegenden Berichten. Das Fechten wird schon deshalb nicht so ernst genommen, weil seine praktische Anwendung auf der Mensur jetzt nicht in Frage kommt. Die Einziehungen wirken natürlich überall stark ein. Ihre schlimmste Folge ist die Tatsache, daß die Zusammensetzung der Aktivitas in einem Semester ständig wechselt, so daß' festes Gemeinschaftsleben und enger bundesbrüderlicher Zusammenhang, so sehr überall die älteren Bundesbrüder sich darum bemühen; nicht in vollem Maße zu erreichen ist. Ein gewisser straffer Zug ist zweifellos zu vermissen, wenngleich nichts falscher wäre, als etwa anzunehmen, daß die während des Krieges aktiv gewordenen Bundesbrüder für disziplinierte Arbeit und für bundesbrüderlichen Zusammenhang kein Verständnis haben." Vor allem.diejenigen, die einige Zeit in der Korporation gewesen sind, .'sind so gute K. J. V.er geworden, wie die im Frieden aktiv gewordenen. Die nur kürze Zeit aktiv gewesenen und dann eingezogenen Bundesbrüder piflegen durch Korrespondenz mit, ihren Leibburschen den Zusammenhang mit ihrer Verbindung aufrecht zu erhalten. Die Versendung von Rundschreiben an die im Felde stehenden Bundesbrüder wird von allen Verbindungen ausnahmslos durchgeführt, Die Maddabaea Kömigsberg hat daneben

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