Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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''^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^K^^K^K^M^ffl - r daß »er auch von dem fachlichen Gegner ajs vollwertig, nicl.t nur äußerlich anerkannt, sondern auch persönlich empfunden wird, dann haben wir den inneren Frieden, dessen wir nach dem Kriege dringender als je bedürfen. Es scheint mir ersprießlicher zu sein, wenn die Zionisten aller Richtungen in gemeinsamer Front sich gegen, die Flauen, Matten und Trägen in unseren Reihen richteten. Die Diskussion im J. St. hat vielversprechend begonnen. Zum ersten: Male haben berufene Vertreter.beider Richtungen ihren Standpunkt präzise zum -Ausdruck gebracht, bestrebt, mit strenger Sachlichkeit die Meinungen zu klären.. Das war ja das Unglück aü unserer zahllosen bisherigen Debatten, daß sie, zum Kampfe um die Person ausartend, unser geistiges Leben verunreinigten. Mit möglichster Spitze und Gehässigkeit ging man aufeinander los und und überbot sich in dialektischen Künsten. Was Wunder, wenn nach zehnjährigen Kämpfen weitesten Kreisen des Kartells der sachliche Untergrund der grimmigen Fehde noch immer nicht zum Bewußtsein! gekommen ist und alles nur auf Üie persönlichen Antipathien zurückgeführt wurde. Betrachten wir das Buch der Vergangenheit als abgeschlossen. — Wenn ich mit meinem Aufsatze nur das eine erreichen würde, daß er eine sachliche Aussprache über die uns am Herzen liegenden Fragen herbeiführt, welche deutlich erkennen läßt, daß man den Standpunkt des bundesbrüderlichen Gegners zwar entschieden ablehnt, aber ebenso entschieden respektiert — dann bin ich zufrieden. Die Kriegszeit hindert uns, für die uns allen gemeinsamen Ziele durdi die Tat zu wirken. Benutzen wir die Zeit bis zum ersten FriedensKartelltag, die unerfreulich schwüle Atmosphäre zu reinigen. Es ist vielleicht ein grausiger Gedanke, daß unsere erste große Zusammenkunft nach dem Kriege, nach der wir uns alle sehnen und die wir mit den positiven uns bewegenden Fragen ausgefüllt sehen möchten, in uns den Eindruck eines zerrissenen, von gegenseitigen Haßgefüblen beseelten Menschenkonglomerats hinterlassen könnte. Ihr könnt Einigkeit und innere Geschlossenheit haben — wenn Ihr wollt! Walter Hirschfeld Unerbittlich grausam rafft dieser Krieg unsere Besten and Edelsten: hinweg; Und immer wieder, wenn einer von uns gegangen, klagen wir dieses sinnlos wütende Schicksal an mit der Frage: warum auch dieser? Nun ist Walter Hirschfeld auch geblieben, dort in Frankreich, in' dessen Erde Ludwig Davidsohn, Heinz Bieber, Alfons Riesenfeld