Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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576 _ der jüdische Student sagen — Glaubensgemeinschaft überzeugt zu sein: däÄ wir die andere Anschauung vom Wesen des Zionismus, wenn sie von opferbereiten, der Sache ergebenen Männern vertreten wird, voll und ganz respektieren, daß uns nichts ferner liegt, al^ die große zionistische Bewegung zur sektenartigen Weltanschauungsgemeinschaft, die ein gleichgerichtetes Lebensgefühl beif all ihren Anhängern voraussetzt, zu degradieren und daß wir nicht einmal in geheimster Zwiespracne mit uns selber die zionistische Qualifizierung nach der Weltanschauung des einzelnen vornehmen. Zu diesem Punkte später noch mehr. III Wenn ich zwei diametral auseinanderstrebende zionistische Anschauungen zu skizzieren versucht habe, so sei von vornherein gesagt, daß ich nicht etwa alle Freunde und jungen Anhänger Zwirns zu einer Kategorie und alle Freunde und Jungmannen Blumenfelds zu der andern zähle. Die um Zwirn stellen keine einheitliche Gemeinschaft dar. Sie erblicken in Zwirn einen Mittelpunkt, teils weil sie sich ihm durch Freundschaft verbunden fühlen, teils weil sie in ihm den Führer sehen, der sich mit dem ganzen Gewicht seiner Autorität während unserer Tendenzkampf jähre im B. J. C. einer durch die Radikalen inaugurierten Entwicklung entgegenstemmte. Nur ein Negativum vereinigt die gesamte Anhängerschaft. Nicht einmal die Männer, die zu Zwirns engstem Kreise gehören,, bilden eine homogene Gruppe. Dies hat mir der Aufsatz von "Witkowsky deutlich vor Augen geführt, den niemals Zwirn hätte geschrieben haben können. Daß ferner Klee nicht mehr den starr ablehnenden Standpunkt gegenüber den nicht nur politisch orientierten Zionisten einnimimt, zeigen seine Aeußerungen in. den letzten Jahren zur Genüge. Und wer schließlich wie Heinrich Loewc — bei dem ich zwar nicht weiß, ob er sich ^um engsten Zwirnschen Kreise rechnet, dessen schroffe Gegnerschaft zu Blumenfeld aber allgemein bekannt ist — den Zionismus so ins Leben zu übertragen weiß,, daß er die hebräische" Sprache in sein Familienleben einbezieht und in der Jüdischheit seines'Wesens geradezu Anhängern der „anderen Richtung" zum Vorbilde geworden ist, kann gewiß* nicht über den Zwirnschen Kamm geschoren werden. Und da sollen erst all die vielen kleinen Geister, die Zwirn, wenn er auf den Kartelltagen mit der Faust emphatisch auftrumpft, begeistert zujubeln, in ihren Anschauungen einfach mit ihrem Führer zu identifizieren sein?! Es gibt genug unter den kleinen Zwirnen, die, was zionistische Gesinnuing anlangt, Zwirn nicht das Wasser reichen durften. Ich glaube, Zwirn würde entsetzt sein, wenn er wüßte, wer sich alles zu seiner Partei rechnet, er würde, wenn er sich in unseren Verbindungen etwas umsähe, bald merken, daß hinter ihm, dem ganzen Zionisten, viel lauei und flaue Herren Schütz suchen, deren Erbitterung sich nicht Sosehr gegen den Programmatiker, als gegen den Zionisten Bhünfen-