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Der jüdische Student · 1917-08-01 · Heft 4 (August 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 4 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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nur mitleidsvoll den Kopf schütteln, wenn man sieht, wie Menschen in „Konsequenz ihres Zionismus" sich mit Feuereifer auf die jiidischeu Dichter deutscher und jiddischer Zunge stürzen und, von Blindheit geschlagen, wahren Kultus mit künstlerischen Viertelfabrikaten' oder ganz kitschigen Machenschaften treiben. Mit solchen fanatisierten Wirrköpfen, die nicht ahnen, was künstlerische Sehnsucht bedeutet, und an die Kunst mit der tendenziellen Brille herangehen, ist eine ernsthafte Diskussion nicht möglich. Solche ,,gute Gesinnung" gehört bereits ins Gebiet des Pathologischen. Diese Provinzen der Seele werden also durch den Zionismus niemals aus ihr verdrängt werden können, er wird vielmehr im Gegenteil eine Vertiefung dieser seelischen Energien bewirken. Ich habe es für notwendig befunden, diesen Gemeinplatz noch einmal auszusprechen, damit nicht jemand in engherziger Auslegung meiner Worte gegen Windmühlen anzukämpfen sucht. Nur das wollte ich mit meiner — vielleicht nicht ganz glücklichen — Unterscheidungsformel sagen: daß die Zionisten, die die persönlich-kulturelle Seite des Zionismus nicht anerkennen, ein andersgeartetes inneres Verhältnis zu ihm unterhalten. Ihr Leben ist dem Golus verhaftet, nicht nur tatsächlich, sondern auch willensmäßig. Tatsächlich kleben auch wir anderen am Golus, auch wir sind durch Umwelt und Beruf den Eindrücken des fremdnationalen Lebens unterworfen. Aber wir empfinden aufs schmerzlichste diese Tragik unseres Schicksals und ringen um. ihre Lösung, gleichsam kämpfend mit dem Schicksal. Wohl wissen wir so gut wie die andern, daß wir es nicht zwingen werden, daß es eine restlose Lösung nicht gibt, daß: wir im Golus kein Zion errichten können. Aber wir glauben, daß: ein auf Palästina zentriertes Leben, das Streben nach der Antizipation des für uns noch Unerreichbaren, Glücksgefühl gewährt. iOb unsere Forderung nach einer durchgreifenden. Neuorientierung unseres bisherigen Lebens sich auf sinnvolle Prämissen stützt, oder ob die anderen recht haben, die von der Sinnwidrigkeit und Hoffnungslosigkeit eines jeden solchen Versuchs von vornherein überzeugt sind — die Antwort auf diese Frage wird einer späteren Zeit vorbehalten bleiben müssen. Erst dann wird sich zeigen können, ob das auf jüdische Erneuerung gerichtete Streben einer jungen Generation von Erfolg gekrönt worden ist. Heute hat es wirklich keinen Sinn, sich in Prophezeiungen zu ergehen, ob in zehn Jahren der jjBlumenfeldsche" Zionismus als romantische Episode erscheinen oder ob andererseits die Entwicklung uns recht geben und die Utopie von heute zur Wirklichkeit von morgen werden wird. Wir bitten die Gesinnungsfreunde von der Gegenseite, unsere nationalen Hoffnungen als eine Glaubensangelegenheit zu betrachten, die maji durch noch so schlüssige Beweise nicht wird entkräften könnenj und von den wirklich Einsichtsvollen unserer — ich mödhte

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