Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Israels einzugehen. Ich glaube genügend gezeigt zu. haben, wie treffend der Franzose Rolland den Sinn der-Bibel mit den Worten «cihldert: „Man muß kämpfen, man mußt hassen." , ~ . In einem zweiten Aufsatz will ich: nachweisen, wie dies<e Erkennt-, nis die zionistische Theorie beeinflussen und die Gesetze unseres politischen Handelns vorschreiben sollte. ■ .. - . ■ V II "Von Gerhard H o 1 d h e i m (V.J.St. Maccabaea-BerÜn A.H \ z.Zt» Fürstenwalde Der bisherige Verlauf der Diskussion über meinen Aufsatz in der Januar-Nummer des J. St. zwingt mich zu einer Aeußerung. Ich hätte mir redliche Mühe gegeben, ganz klar und sachlich meine Anschauungen über die Kardinalfragen unseres Zionismus zu entwickeln und lebte des naiven Glaubens, daß der Standpunkt, den idi zu den Fragen einnehme, und die Lesung, die ich. vorschlug, von allen, wenn auch nicht gebilligt, so doch wenigstens verstandet werden würde. Daß sich solch peinliche Mißverständnisse herausstellen würden, wie die Erwiderungen von Witkowsky und auch die von Smoira zeigen, hätte ich für unmöglich gehalten. Ich will daher, unter Beseitigung der wesentlichsten. .Irrtümer, jmeine damaligen Ausführungen ergänzen. 5; i Witkowsky und auch Smoira'legen mich auf zwei Sätze meines Aufsatzes fest, die ich bei der Erörterung unseres Verhältnisses zu den östlichen Juden und zum Hebraismus niederschrieb: „Ein enges Gemeinschaftsleben mit unseren östlichen Brüdern wird uns zu ganzen Juden* machen" (S. 348. J. St.), ferner: „Wenn wir durch die Fähigkeit, die Erzeugnisse der hebräischen Sprache zu verstehen, den inneren Zusammenhang mit unserem Volk wiedergewonnen haben, können wir von uns sagen, daß wir ein jüdisches Leben führen"." (Ebenda unten.) Man glaubt hiernach annehmen m müssen, daß ich von der Herbeiführung eines intimeren Verhältnisses zu den Ostjuden und dem durch die Kenntnis des He- Iräischen ermöglichten Eindringen in das geistige jüdische Leben «eine restlose Judaisierung unseres eigenen Lebens erwarte. Diese Annahme meiner Kritiker wäre mir ohne weiteres verständlich, wenn diese Sätze isoliert dastünden; denn ich habe mich, wie ich sofort zugebe, in der Wahl der Worte erheblich vergriffen. Aber aus dem öeist meines Aufsatzes geht döch fürwahr etwas anderes hervor. In Vorahnung von Mißverständnissen habe ich am Schlüsse in so. -unzweideutiger Klarheit, meiner Anschauung dahin Ausdruck gegeben, daß jedes noch so jüdisch intensivierte Golusleben nur notwendiges Surrogat sei und die hoffende Sehnsucht nach Palästina, „wo allein vollendetes Judentum gelebt werden kann", heute noch so s'tark