Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 569" durah seinen Tod die Menschheit erlöst, nimmt 4as Leidensmaß des jüdischen Volkes ein Ende, es darf auf dieser festgerundeten Erde mit den Starken die Beute teilen. Die Grundmauern des künftigen Zion werden in Malachit, gelegt sein, die Grundvesten in Saphiren, aus Rubin werden die Zinnen bestehn und die Tore aus Karfunkeln (Jes. 55, 4). Israel soll zum Hirten von Nationen, zum Fürsten von Völkern werden. Nichts anderes weiß Jeremia zu weissagen: Alle Bedränger sollen vernichtet werden und aus Israel soll der Fürst und Gebieter hervorgehn (Jer. 30, 21). Sie werden jubeln -über Gottes Güte, über Getreide und über Most, über Oel und die jungen Schafe und Rinder (Jer. 31, 12). Man wird wieder Aecker kaufen, in dem Lande, das jetzt eine Einöde, ohne Menschen .und Vieh ist und Kaufbriefe schreiben und sie geben und Zeugen inehmen (jer. 39, 40). Die andern Völker aber sollen beben und zittern, wenn sie von allem, dem Guten hören, das Gott Israel erweist (Jer. 49, 12). Er verlieh ihnen die Länder der Herden und was Idie Völker mit - Mühe erworben, das nahmen sie in Besitz (Ps. 105, 44). Davids Feinde sollen in Schande gekleidet sein, auf ihm aber die. Krone glänzen und ihm Macht verliehen werden (Ps. 132, 17). Herrsche inmitten deiner Feinde (Ps. 110, 2). Als Lösegeld gibt er für Israel Aegypten, Kusch und Seba hin, für sein: Leben gibt er Länder und Völker hin (Ps. 43, 3). Denn nach rechts und links wirst du ausbrechen und dein Same wird Völker beerben und verödete Städte besiedeln (Ps. 54, 3). Tochter Babels, du Verwüsterin, wohl dem, der dir vergibt, was du uns getain! Wohl dem der deine zarten Kinder packt und an den Felsen schmettert! Wie wenigen ist es bekannt, daß mit diesem schauerlichen Fluche der elegische Psalm „An den Wassern Babyions saßen wir" endet 1 Selbst der friedfertige Erzvater Abraham wird in einem wahrscheinlich nachexilisdien Midrasch zum kriegerischen Helden gemacht. Mit 318 Knechten jegt er den mächtigen Königen von Sinear und von Elam nach, holt sie in Dan ein und vertreibt sie bis- Damaskus, nachdem er ihnen reiche Beute abgenommen hat (Mos I, 14). Ich könnte auch aus den Schriften der nachexilis^hen Propheten, die Fülle der Zitate bringen, die alle die gleiche Note, Verlangen nach Kampf und Sieg zeigen.*) Absichtlich habe ic'h mich nur an* die unumstritten bedeutsamsten Werke unseres Volkes gehalten,, um nicht einseitiger Auswahl bezichtigt zu werden. Auch habe ich es mir aus Mangel an Raum versagen müssen» auf die mannigfachen haßerfüllten Weissagungen über das Schicksal der Feinde- *) Selbst Sächarjä bildet keine Ausnahme..