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Der jüdische Student · 1917-08-01 · Heft 4 (August 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
Heft 4 (August 1917)
Date
1917-08-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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V568 bin ich weit entfernt, die Demut-*)* vor Göif und die sittliche Kraft zu Verkennen oder gar zu leugnen^ die aus dem Psalmen und Sprüchen noch heute zu uns redet. Indessen spiegelt sich in ihnen ein Kulturempfinden, das auch den: babylonischen Gebeten, wenn schon nicht in solcher Vollendung eigentümlich ist. Redht und Gerechtigkeit für die Armen und Gedrückten, damit das Volle1 stark unjd mächtig und in sich vollendet nach außen, dastehe,, ist die ständig; wiederholte Forderung der großen Volksführen Aber ging sie je über die Grenzen des eigenen Volkstums hinaus, konnte si£ je den glühenden Machtwillen löschen? jesaja sieht die Zeit voraus, wo die Völker ihre Schwerter Pflugscharen umschmieden und ihre Spieße zu Winzermes'sern: Das» Volk Israel aber wird sich dann freuen, wie man jubelt, wenn mälrc: Beute verteilt. Auf dem Throne Davids, wird ein König sitzen, Fritdensfürst, Wunderrat, Gottheld, Vater auf immer' und groß wird seine Herrschaft sein (Jes1. 9,. 2 und 5). Micha,, der denselben Gedanken des ewigen Friedens verkündet, weiß schon im nächsten Kapitel näheres zu berichten. „Dann wird der Rest Jacobs unter den Heiden inmitten vieler Völker werden, wie ein Löwe unter den Tieren der Wildnis, wie ein Jungled unter den Schafherden, der, wenn er hindurchgeht,, niedertritt!ü.nd zerreißt, ohne daß jemand rettet. (Mich. 4, 13 und 5, 6). In der Ausmalung der künftigen Herrschaft in Israel können fich nach dem Zusammenbruch des Vaterlands die Propheten nichtr genugtun. ■ „Ephraim und Juda werden sich nicht mehr beneiden, sie werden sich auf die Philister stürzen und vereint die Ostländer plündern, über Edom und Moab werden sie ihre Hand ausstrecken und die Anmoniter werden ihnen Untertan sein (Jes. 11, 14). Fremdlinge werden sich dem Hause Jadobs anschließen und Israel* wird im Lande Gottes sie sich zu Sklaven und Sklavinnen machen (Jes. 14,2). Dem mächtigen Aegypten wird das Land Juda ein Schrecken sein (Jes. 19, 17), (WennGottseiue Hand zu d e n H e i d enau f h e b t,!w er d e rt: sie die Söhne Z ions i n den Armen h e r beib r i ng e n, die Töchter ßjuf jden Schultern tragen. Und Könige werden ihre Pfleger und Königinnen ihr Ammen sein. Siewerden vor ihnen n i e d e r f a 11 e n u n d d e n Staub zu ihre n» Füßen lecken (Jes. 49, 22)„ Jsrael soll wieder ein Volk unter Völkern sein,, sein Erbe erhalten und mit den Starken die Beute teilen (Jes. 53, 12). In diesem denkwürdigen Kapitel erscheint das jüdische Volle als das für die Sünden der Menschheit unschuldig leidende 'Lamm. Es ist die spätere christliche Grundidee, die hier zum ersten und einzigen Male in der Bibel sichtbar wird. Während aber Christus; "*) Ich mache diese im Grunde überflüssige Bemerkung, weil ich? voraussehe, da& hier die Polemik ganz m Unrecht einsetzen wird;.

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