Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- Heft 4 (August 1917)
- Date
- 1917-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537721-3537725--4026-3541768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der jüdische Student 565 :ais Lohn für ihre jetzPzu bringenden Opfer den hundertfältigen Ersatz .an entsprechendem Guten. Daß nun ein * derartiges jüdiseh-irdisches Gottesreiclil etwas anderes Ist, als das allgemein menschliche und geistliche Gottesreich unseres christlichen Glaubens, daS ist doch; wohl klar." In der Tat, das sollte eigentlich klar sein, und wie Pfleiderer *sidi hier gegen gewisse Verfechter des „Urchristentums'" wendet, so ist es an der Zeit, der üblichen ganz am Geiste der protestantischen Theologie orientierten jüdischen Religionsphilosophie entgegenzutreten, zumal auch unsere zionistischen Theoretiker neuerdings in einem eigentümlichen Atavismus mit dem Begriff der überwiegenden „Geistigkeit" des biblischen Volkes operieren; - "Meine Ausführungen konnten aus Raummangel nur skizzenhaft sein. Um' aber jetzt schon den Beweis zu erbringen, daß ich nicht ins: Blaue hineinspekuliert habe, will ich einiges Quellenmaterial folgen lassen. Dem glutvollen Gottes empfinden der Bibel hatte ich den er- .klügelten, ganz auf Apologetik eingestellten Monotheismus der m o - *1 e r n e n Juden gegenübergestellt, iden ich ein Rechenexempel 'nannte. Was soll da der Vorwurf Blumenfelds, ich hätte ahnungslos das größte' Erlebnis unseres Volkes abgetan? Er hat sich offenbar :nicht einmal die Mühe gemacht, meinen Text genau zu lesen. Genau das Gegenteil von dem, was er mir unterstchiebt, habe ich gesagt: — Wie über alle Maßen schön» ist die Vermenschlichung dieses* 'Gottes der Krieger und Helden! .Auf einem hohen und erhabenen Throne sitzt er, Seraphe schweben über ihm (Jes. 6, 1). Aus schneller Wolke fährt er (Jes. 19, 1), er schwebt auf den Fittichen des Windes und reitet auf einem Cherub (Ps. 18. 11.). Gewaltig ist er und ein Held,, ein Kriegsheld und Herr der Kriegsheere (Ps. 24, 8). Um Ruhm und Ehre ist er wohl bedacht, denn er verschonte das verstockte Israel um seines Ruhmes willen und seine Ehre gibt er keinem andern (Jes. 46, 4), wenn ihm wieder auf seinem heiligen Berge Gaben dargebracht werden, wird er beim lieblichen Geruch der Opfer sein Volk gnädig wieder annehmen (Jech. 20, 41). Seine Engel schickt er aus, um Botschaft zu seinen Getreuen zu bringen und gelegentlich erscheinen alle Engel mit dem Satan, um sich vor Gott zu stellen (Hiob). Wenn es aber zum Kampfe geht, rüstet er ein 'Kriegsheer (Jes. 13, 14). „Sein Zorn lodert und schwere Wolken steigen auf, seine Lippen schäumen vor Grimm, seine £unge gleicht einem' verheerenden Feuer, sein Hauch dem reißenden Strom-" (Jes. 30, 17). „Rauch stieg auf in seiner Nase und Feuer fraß aus seinem Munde, .glühende Kohlen brannten .von ihm^ajus" (Ps. 18, 9). „Das Schwert Gottes hat sich, im Himmel berauscht, nun fährt es rherab auf Edan und das von ihm gebannte Volk zum Gericht Ein Schwert hat Gott, das trieft von Blut, das strotzt vom Fett, vom Blute tfer .Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder. Denn Gott hält ein Opfer in Borra und ein großes Schlachten im Lande Edom. Denn Gott