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Der jüdische Student · 1917-06-01 · 16. Kriegsheft (Juni 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
16. Kriegsheft (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
[Seite] (sequence 62)
Language
German
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532 Der Jüdische Student Aufgabe im Blau-Weiß, das aber bewußt, und so ist der Wanbund für ihn nicht mehr die alles umfassende Erlebnisforrrjr sondern Teil und Ausfluß seines zionistischen Oesamtdaseins, seine besondere Art ,der zionistischen Tätigkeit. Eine Blau- Weiß-Korporation ist eine contradictio in se, das Wesen des Blau-Weiß — durch das Alter seiner Mitglieder bestimmt — läßt sich nicht in eine höhere Altersstufe transponieren, und eine Führerkorporatation wird doch Marcus nicht verlangen. Ich sehe hier den großen inneren Fehler seines Grundrisses: eine Blau-Weiß-Verbindung wäre für ihre Mitglieder ein Zwang, ein Festlegen ihrer Entwicklung auf eine Blau-Weiß-Einstellung. Zu Interessen, zu den Erlebnisformen, die man mit siebzehn Jahren als die wesentlichsten ansah, hat man sich bei der Wahl der Studentenkorporation, ohne die Möglichkeit, vergleichen zu können, von neuem verpflichtet, und sich durch das besonders enge Verhältnis in der Freischar den Ausweg aus der geistigen Einkapselung selbst schwer verlebt Das K. J. V. läßt hier mehr Raum und Freiheit, es legt den Einzelnen nicht so bis in die Details seiner menschlichen Entwicklung fest, und wie alle Korporationen von der guten Vorbildung der Blau-Weißen,, so werden die Blau-Weißen von dem weiteren Horizont und der Interessenmannigfaltigkcit des großen Kartells profitieren». Es ist infolge der Struktur des Wanderbundes natürlich, daß« alle Jungen das Ideal haben, später Führer zu werden, ebenso klar aber, daß darin oft genug ein Selbstbetrug liegt und eine Umschau während der ersten Semester sie mit dem neuen Horizont auch ihre wahren Neigungen und Fähigkeiten leichter wird entdecken lassen, sie oft lehren wird, daß der Blau-Weiß für sie eine schon überwundene —darum für das Wesen ihrer Persönlichkeit doch nicht weniger wichtige - Entwicklungsstufe darstellt. Das Wandern selbst wird sicherlich für viele Korporationen Bedeutung gewinnen, bei einzelnen sogar die charakteristische Form der Geselligkeit werden. Stelle ich noch fest, daß Forderungen, wie die Tat- und Lebensgemeinschaft, die Betätigung jedes Einzelnen, ein hoher Maßstab an jeden Bundesbruder nicht als specielle von Marcus, sondern als Gemeingut aller das Kartell liebenden und Hohes von ihm verlangenden K. J. V.-er zu gelten haben, so reduziert sich das Bedürfnis nach einer Freischar mit den von Marcus erstrebten Charakteristiken noch mehr. Ich habe darauf hingewiesen, wie wenig das Gebiet der Jugendbewegung (in dem besonderen Sinne, wie es' für die von Wyneken u. ä. beeinflußten, also auch für Marcus Geltung, hat) als erfüllender Inhalt für eine Lebensgemeinschaft in Betracht kommt und bin so bereits bei der Frage der Inhalte der Freischar. Auch sie finde ich von Marcus dürftig behandelt, und so seine Vorschläge äußerlich farblos, innerlich

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