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Der jüdische Student · 1917-06-01 · 16. Kriegsheft (Juni 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
16. Kriegsheft (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
[Seite] (sequence 60)
Language
German
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530 Der Jüdische Student naturgemäß auch die Erziehung der Oesamtpersönlichkeit uncP die Einstellung des Zionismus in die allgemeinen Fragen. Unsere jetzt nur noch verstärkte — Marcus offensichtlich nicht beeinflussende — Überzeugung fordert allerdings immer mehr Jüdisches als Erziehungsmittel. Wenn auf diesem Gebiete Bundesbrüder geirrt, den Zionismus zu eng aufgefaßt haben, so liegt das an ihnen, nicht am Zionismus. Die Art unseres Nachwuchses schließt solche Auffassungen für alle Zukunft aus, aber auch solche unserer Sache nicht gerecht werdende, sie als politische Angelegenheit behandelnde Definitionen wie die von Marcus^ der dadurch zeigt, wie fern er der Jugend steht, in deren Namen er sprechen möchte. So fern wie — man gestatte mir diese Abschweifung, die sich in einem Aufsatz über Bedürfnisse unserer Jugend rechtfertigen läßt — diejenigen Bundesbrüder, die jeder neuen Generation vorzuwerfen pflegen, sie theoretisiere und sei intellektualistisch — weil sie nicht verstehen, daß jedes Jahr Jugend in dem Alter zu uns kommt, das um die Gestaltung der Weltanschauung ringt, und daß all das Theoretisieren das Einstellen des Zionismus in das Weltbild des Einzelnen bedeutet, ein Vorgang, für den man nicht die erwähnten Schlagworte, sondern liebevolles Verständnis und bundesbrüderliche Hilfe übrig haben sollte. Unseren Jungen ist im Blau-Weiß und Jung-Juda der Sinn für zionistische Tätigkeit aufgegangen, sie haben ausgesprochen jüdischen Bildungswillen und Verständnis für Unter- und das Bedürfnis nach Einordnung. Trotzdem. M a r c u s das wissen müßte, klingt aus seinen Zeilen eine Neigung zu weitgehendem Individualismus — z. B. „wo drei. Freischärler zusammenkommen" — heraus. Das heißt verkennen, was den jungen deutschen Juden fehlt, was wir an ihnen entwickeln müssen. Wir brauchen zur Arbeit für unser Volk eine disciplinierte, sozial erzogene jüdische Jugend — und unsere Blau-Weißen haben durch die in ihnen geweckten jüdisch-sozialen Bedürfnisse den meisten Sinn für straffsten corporativen Zusammenschluß. Wenn sie eine Zeitlang zögernd zu uns kamen — gekommen sind sie ohne Ausnahme — so hatte das seinen Grund darin, daß sie glaubten, ihre Kräfte würden bei uns nicht richtig ausgenützt, die Bindungen seien zwar stark, aber seelenlos. Jetzt, wo sich nach einiger Stagnation das Kartell neu zu lebendiger bundesbrüderlicher Tatgemeinschaft zusammenfügt, haben wir an den Blau-Weißen die besten K J. V-er. Wir dürfen auf das Prinzip der Disziplin bei allem liebevollen Eingehen auf die Entwicklung des Einzelnen - sind wir doch eine Erziehungsgemeinschaft — nicht verzichten, denn wir müssen uns auf unsere Leute verlassen können; persönliche Opfer für das Kartell sollen eine Vorbereitung zu größeren für den Zionismus sein. Wie ich hoffe, daß die eine Korporation ihre charakteristische Eigenart durchs Rudern, die andere im Wandern,,

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