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Der jüdische Student · 1917-06-01 · 16. Kriegsheft (Juni 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
16. Kriegsheft (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
[Seite] (sequence 46)
Language
German
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516 Der Jüdische Student I Im Mittelpunkt unserer Erörterungen steht heute mit Recht! Blumenfelds Programm. Mit Recht: weil seine Fragestellung in diesem Stadium des Zionismus (und eine gewisse Entwicklung des Einzelnen im Zionismus vorausgesetzt) die natürliche ist. Blumenfeld hat mich ganz falsch verstanden, wenn er meint, daß ich mich erdreistet hätte, die Arbeit in jüdischen Dingen und das Ringen um unsere Ausbildung durch sie als> trollhaft, d, i. als Zeichen selbstgenugsamer Enge zu verspotten. Das Gegenteil ist der Fall. Ich hatte mich gegen diejenigen gewandt, die sich einerseits auf Orund untergeordneter Vereinsarbeit und mechanischer Übernahme unserer Ideologie für hinreichend abgeschlossen hielten, um die Beschäftigung mit den Gütern des deutschen Kulturkreises als für sie nicht nötig unterlassen zu dürfen. Und denen andrerseits auch ihre jüdische Ausbildung weiter kein Kopfzerbrechen machte, weil sie ja doch einmal (unbestimmt, wann, und noch unbestimmter, wie) nach Palästina gehen würden. In ihnen sah ich den Troll. Und daß ich diesen Typ nicht — wie man mir vorhielt — aus der Luft gegriffen habe, beweist schlagend die Riesenpropaganda, die man heute für die Beschäftigung mit dem Hebräischen und der. jüdischen Geschichte zu machen sich genötigt sieht. Was hat man also vorher getrieben? Allgemeinbildung von Korporations wegen doch gewiß nicht. Man hat sich vielmehr durchaus trollhaft in dem sehr engen Ideenkreis, der neu und fruchtbar in unseren Anfangsjahren entstand, herumgedreht und eine allgemein-verbindliche Welt daraus gemacht. Von hier aus war auch meine Bemerkung etwa über Heine zu verstehen. Daß unsere Heine-Betrachtung Neues und Richtiges gebracht hat,, weiß ich ebenso gut wie W e i t z m a n n. Aber das hat gar nichts mit meiner Ansicht über diejenigen zu tun, die wähnen, den Mann nun erschöpfend und überdies gründlicher als alle vor und mit uns erfaßt zu haben, weil sie sich glücklich einen fertigen Gedanken über ihn anzueignen verstanden. Hierin sah ich. in der Tat eine höchst bekämpfenswerte Selbstgenügsamkeit. Und dieser Fall war nur ein Beispiel für die ganze Richtung. Also : B 1 u m e n f e 1 d irrt durchaus mit der Ansicht, daß» ich seinen Forderungen von vornherein ablehnend gegenüberstehe. Seine Frage ist vielmehr auch die meine. ' Und das scheint mir schon sehr wesentlich, auch wenn in der Beantwortung Differenzen eintreten sollten. Mich dieser Beantwortung zuzuwenden, wird eine etwas eingehendere Betrachtung; seines Programms notwendig sein. Leider ergibt sich nun, daß seine Darstellung (nicht wegen,, sondern) trotz ihrer nur auszugsweisen Veröffentlichung etwas verwaschen gehalten ist und deshalb der Besprechung Schwierigkeiten macht. Er fordert für die Konkretisierung unseres»

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