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Der jüdische Student · 1917-06-01 · 16. Kriegsheft (Juni 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
16. Kriegsheft (Juni 1917)
Date
1917-06-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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512 Der Jüdische Student wickelt, sie haben nicht den sicheren Instinkt, daß sie mit dieser Jugend mitgehen müssen, weil diese die zweite und dritte Phase der Bewegung geschaffen hat und schafft. Sie sind jeder im besonderen von den besten Absichten erfüllt, aber sie zeigen keinen Weg. Ob hier Diskussionen Zweck haben? Die Anhänger dieser Richtung müssen von innen heraus, spontan zu den neuen Phasen unserer Bewegung kommen. Wichtiger ist die Erörterung der Einzelprobleme, wie es auf dem letzten Kartelltag und Delegiertentag versucht ist. Übrigens hatte ich von dem Ersteren durchaus nicht einen ungünstigen Eindruck. Ich bedaure nur, daß das Pathos noch immer eine solche Rolle bei uns spielt und gelegentlich sogar Einfluß zu haben schien. Ich wollte Euch von meinen neuesten Erlebnissen berichten. Vor einiger Zeit war ich zwei Tage in Mitau mit Hirsch und Jaruslawski zusammen. Seit Monaten zum ersten Mal wieder mit Menschen zusammen! Für uns ist doch wohl Mensch, und Jude in diesem Sinne identisch..... Personen und Programme Von Siegfred Moses (V. I. St. Berlin A. H ), z. Zt Danzig I. Woran liegt es eigentlich, daß in unseren Reihen so viel Persönliches in sachlichen Kämpfen zur Geltung kommt? Gibt es bei uns wirklich mehr unsachliche, zum „Stunk" neigende Menschen als anderswo? Ich glaube das nicht. Mir scheint vielmehr, daß die unerfreuliche Erscheinung auf Gründen beruht, deren wir uns nicht zu schämen brauchen. Hätten wir uns z. B. auf dem letzten-K.J. V.-Tage über Dinge unterhalten, die nichts mit unserem Zionismus zu tun haben — eine Hypothese, die uns lächeln macht! — , so wären wir sicherlich nicht aneinander geraten. Die Heftigkeit und Persönlichkeit unserer Kämpfe rührt daher, daß sie Dinge betreffen, die jeden von uns ganz erfüllen. Es handelt sich in unseren Kämpfers nicht um irgend eine politische Frage, bei der wir ruhig das» Für und Wider erörtern könnten, nicht um irgend ein literarische^ oder moralisches Problem, an das wir kühl „herantreten", sondern um unsere Gesinnung. Und da sehen wir nun plötzlich eine Forderung, die wir immer gestellt haben, in einer recht unerwünschten Richtung verwirklicht oder doch in einem Maße^ in tlem die Verwirklichung nach dieser Richtung hin überaus unerwünscht ist: eine Art Einheit von Ges innung und Leben bringt jes mit sich, daß wir die Meinungsverschiedenheiten, die

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