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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Der Jüdische Student 457 Dr. Emanuel Edelstein Worte an seinem Grabe gesprochen von Rabbiner Dr. Emil Cohn- Bonn. Und David stimmte um Saul und Jonathan ein Klagelied an- und befahl, es die Söhne Judas zu lehren, auf daß sie leinten den Bogen zu führen; — und sang : Deine Zierde, Israel, auf deinen Höhen erschlagen l Wie sind gefallen die Helden! — — — — Wie sind die Helden im Kampfe gefallen! Ach, Jonathan, erschlagen auf deinen Höhen! Mir ist so weh um dich, mein Bruder Jonathan! Du warst mir so sehr hold! — Wie sind gefallen die Helden, verloren die Kriegeswaffen t (2. Samuel, Kap. x) Andächtige Trauerversammlung I Wir sind hier zusammengekommen, um unserem lieben Emanuel Edelstein ein letztes Wort zu sagen, eine letzte Liebe zu tun. Mir aber ist die herbe Pflicht des Amtes und die tausendmal herbere der Freundschaft zu Teil geworden, zu deuten, was er im Leben war. Wie oft ist in unserem Kreise, im Kreise seiner Freunde und Weggenossen, das Wort gefallen, daß es unsere Pflicht sei, „die Edlen unseres Volkes zu ehren". Nun liegt er selber vor uns da, er, der Edelsten einer: Kein Mann der großen Worte und der starken Eilenbogen, aber ein Mann vom Scheitel bis zur Sohle und ein edler Mann : Es ist schad' um ihn! Soli ich sagen, was er uns war? Uns, das heißt seiner Frau, mit der er sechzehn Jahre in frohen und ernsten Tagen treulich zusammengehalten, seinen Kindern, die er mit aller Zärtlichkeit liebte, seinen Schwestern, der Familie, den Freunden, der Gemeinde, ja, noch weiter, all den Armen und Kranken, denen er geholten hat? Ich kann es nicht. Das muß jeder mit sich selber ausmachen, unci ich weiß, jeder wird es auch. Ich aber will versuchen zu schildern, wie er war, — Es liegt ein Geheimnis über dem Leben Emanuel Edelsteins. Die meisten kennen ihn nur als den treuen Arzt und Helfer, der er war. Ihnen mag es genügen, dafür sein Lob zu singen und den Dank im Herzen davonzutragen. Wer aber in den engeren Kreis seines Lebens getreten ist^ der weiß, daß da noch ein Schleier war, der seine Seele umhüllte. Dieser Mann war nicht leicht zu erkennen, aber wer ihm nahe war, fühlte, daß sein Wesen

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