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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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454 Der Jüdische Student lohnt, an eine systematische Uebersiedelung von Bundesbrüdern in den nächsten zehn Jahren heranzugehen. Ist dies der Fall, was ich zu hoffen wage, so sind wir dann in der Lage, einen Feldzugsplan auszuarbeiten. Zu einem Feldzug gehört aber vor allem ein Oberhaupt. Es erwächst daher die Notwendigkeit, in unserer Mitte, im Präsidium, einen Btennpunkt und Leiter zu haben, der das ganze Beginnen verkörpert und gewissermaßen durch seine Person und sein Amt für die Durchführung und das Gelingen der Arbeit garantiert. Wir brauchen im Präsidium ein Palästinaressort, wie wir eins für Keil-, Kassen- und andere Dinge h?ben. Die Aufgaben dieses Ressorts sind verschiedener Art, gipfeln aber in zwei Gesichtspunkten, deren harmonische Vereinigung mir als das Wichtigste erscheint: 1. Klarheit zu schaffen über die Lebensbedingungen und Anlagen der Uebersiedler und Korrektur ihrer beabsichtigten Uebersiedelungsart; 2. Aufstellung eines Ansiedelungsplans auf Grund eingehenden Studiums der Verhältnisse in Palästina und des zur Verfügung stehenden Menschenmaterials. Kurz: Die persönlichen und die Interessen der Allgemeinheit ohne Vergewaltigung des einen Teiles zu vereinen. Die Bundesbrüder, die nach Palästina gehen wollen, würden sich dann zu einer festen Truppe zusammenschließen. Die Art des Zusammenschlusses sollte beherrscht sein von dem Gedanken an das gleiche Lebensschicksal und von der Gewißheit, daß sie sich in Palästina lange die einzigen sein werden, die ihnen durch Freundschaft und Verständnis verbunden sind. Ist der Zusammenschluß erfolgt, so ist es an der Zeit, in den vollen Ernst der Situation einzutreten. Das will sagen: Fassen eines festen Entschlusses, die Uebersiedelung möglichst schnell aber auch möglichst gut vorbereitet herbeizuführen. Denn das sei gleich vorweg gesagt, ohne an dieser Stelle näher auf spezielle Fragen eingehen zu wollen: nur aufs beste vorgebildete und fürs Leben dort geschulte Menschen dürfen hinübergehen. Die Notwendigkeit dieser Forderung braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden. Früher oder später kommen dann diese Bundesbrüder zu dem Entschlüsse, eine gemeinsame Palästinareise zu unternehmen, nicht zum Vergnügen oder aus interessierter Neugier, sondern aus ernstester Notwendigkeit, zur Information und zum Studium. Das Geld für diese Fahrt gehört mit zum Uebersiedlungsetat der Teilnehmer. So! weiter noch nicht. Das genügt mir vorläufig. — Eine Erwiderung imj. St. erbitte ich nur von solchen Bundesbrüdern, die ihren Namen unter oben genannte Liste setzen würden und selbstverständlich vom Präsidium. Und das aus gutem Grunde. Das zionistische Programm deckt sich tatsäch-

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