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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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Der J üdische Student 453 gehabt. Wenn wir sie jetzt zu praktischer Vorarbeit, die auch im Kriege getan werden kann, überleiten wollen, werden wir uns nicht mehr durch prinzipielle Bedenken derer, auf deren Lebensweg Palästina nicht liegt oder gar durch tiefseelische Ergüsse einiger innerlich Unsicheren aufhalten zu lassen brauchen. Der Palästinaaufruf war, wenn ich ihn recht verstanden habe, an Bundesbrüder gerichtet, die eine Uebersiedelung nach Palästina in ihr Lebensprogramm aufgenommen haben, die aber alleinstehend fürchteten, mit den, praktischen Fragen der Uebersiedelung nicht fertig zu werden, und die gegenseitige Unterstützung anderer Bundesbrüder suchten. Dasselbe gilt wohl auch von den Aufrufern selber. Man hatte diese Bundesbrüder gelehrt, Palästina lieb zu gewinnen und ihnen hundertfach theoretisch begründet, daß Palästina der Eckstein des Zionismus sei. Bisher aber ist ihnen wohl kaum ein Weg gezeigt worden, wie sie eine so schwierige und wichtige Sache, wie es die Uebersiedelung ist bewältigen könnten, geschweige denn, daß Kenner der Verhältnisse aus bundesbrüderlichem Kreise Richtlinien aufgestellt hätten, nach denen die einzelnen Bundesbrüder ihre persönlichen Verhätnisse einrichten könnten. So ist es nicht zu verwundern, daß die Menge derer, die sich nach Palästina sehnten, nicht den Mut fand, selbständig zu handeln. Es fehlte eben der primitivste Anfang zur Erreichung eines gemeinsam ersehnten Zieles. Ein solcher Anfang hätte der Palästina-Aufruf sein können. Die große Frucht aber, die er hätte bringen sollen, hat er nicht gebracht: den Zusammenschluß aller Bundesbrüder, die die Uebersiedelung nach Palästina herbeisehnen." Das ist m. E. die erste Bedingung, die erfüllt werden muß, wenn das Ganze gelingen soll, Zu diesem Behufe scheint mir nunmehr eine Subskriptionsliste notwendig, die ungefähr folgenden Inhalt haben könnte: Alle diejenigen Bundesbrüder, die ihre national jüdischzionistische Auffassung des Judenproblems dahin gebracht hat,, den Gedanken an eine eventuelle Uebersiedelung nach Palästina in ihrem gegenwärtigen Berufe oder in einem anderen in ihrea Lebensplan aufzunehmen, setzen ihren Namen, ihr Alter, ihren bisherigen Beruf, den etwaigen neuen oder den nicht beibehaltenen Beruf, ihr verfügbares Kapital, ihre etwa bereits getroffene Verabredung mit anderen Bundesbrüdern und ihre besonderen Wünsche bezüglich einer Uebersiedelung nach Palästina auf die Liste. Die Liste soll als Grundlage für einen Studien- und Verteilungsplan einer planmäßigen Uebersiedelung von Bundesbrüdern nach Palästina dienen. Diese Liste scheint mir ungefähr das zu enthalten, was zur Einführung einer rechten Palästinaarbeit des K. J. V. nötig ist. Wir können vpr allem; aus ihr ersehen, ob es sich überhaupt

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