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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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450 Der Jüdische Student so angesiedelten Helfer und Helferinnen verteilen sich auf die verschiedenen Betätigungsgebiete: 1. Jugenderziehung (Kindergärten, BeaufsicKtigung der schulfreien Schulkinder, geistige und körperliche Förderung usw.) 2. Fürsorge für Schulentlassene (Berufswahl, Lehrlingsklubs,. Fortbildungsschulen) 3. Gemeinschaftsleben der Erwachsenen (geistige Fortbildung jeder Art, Pflege der Geselligkeit, körperliche Regeneration.) 4. Soziale Hilfe. (Mutterschutz, ärztliche und juristische Sprechstunden, Hygiene.) Eventuell wirtschaftlicher Zusammenschluß in Konsumvereinen. Dieses reiche Arbeitsprogramm hat im Berliner „Jüdischen Volksheim,, teilweise Verwirklichung gefunden; natürlich mußte sich während des Krieges die Tätigkeit in der Hauptsache auf die Gruppen 1 und 2 beschränken. In diesem Berliner Volksheim ist ein einziger Bundesbruder tätig; sein Bericht stand mir zur Verfügnng. Ich ersah daraus, daß rund 40 Helfer und Helferinnen sich täglich um 170 jüdische Kinder von 7 bis 16 Jahren mühen. In Kindergärten, Mädchenbünden, Knaben- und Lehrlingsklubs spielen, lachen, singen, tanzen, turnen, lernen sie und fühlen sich, trotz ihrer Jugend, als Juden; denn sie sprechen Hebräisch oder lernen es, ihre Märchen und Sagen sind jüdisch, wie ihre Lieder, wie ihr Geschichtsunterricht und noch vieles Andere mehr. Auch die Mütter all dieser Kleinen haben sich zusammengefunden und treffen sich wöchentlich mit den Helferinnen zu gemeinsamen Beratungen und nützlicher Handarbeit. Schließlich suchen auch die Helfer untereinander sich weiterzubilden und die empfangenen Eindrücke zu jüdischen Werten zu verarbeiten. Alles in allem ein segensreiches Werk; schon in seiner heutigen, durchaus unentwickelten Form. Und wie wird es dann sein, wenn hunderte von Zionisten, auf allen möglichen sozialen, pädagogischen, medizinischen, juristischen, literarischen, künstlerischen Gebieten sich werden betätigen können; wenn die Gründung von Volksheimen auf alle jüdischen Zentren ausgedehnt, und so uns Nationalisten im wahreren Sinne des Wortes denn je ein Verwachsen mit unserem Volkstum zur Selbstverständlichkeit wird? Auf der einen Seite die soziale und geistige Hebung des jüdischen Proletariats, besonders der aufwachsenden Generation,—es ist nicht zu befürchten, daß wir so die jüdische Masse europäisieren, assimilieren, da wir uns bestreben werden, nur Jüdisches zu schaffen und zu wecken!—, auf der anderen Seite eine völlige Durchtränkung mit jüdischen Werten, das Erkennen des pulsierenden jüdischen Lebens. Brauche ich das

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