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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Der Jüdische Student 451 wirklich noch weiter auszumalen, um einen jeden zu überzeugen? 3. Und nun zur Beantwortung der Fragen: Was können uns diej irdischen Volksheime sein, und was hat dies mitj üdisc her Dienstpflicht zu tun? Bereits eingangs betonte ich, daß die Tätigkeit in den jüdischen Voiksheimen eine würdige und vollauf befriedigende Ergänzung unserer wissenschaftlichen Erziehung verspricht; wir haben hier die gesuchte praktische Ansbildungsmöglichkeit, s obald wir die Arbeit in den Volksheimen dem einzelnen Bundesbruder zur Pflicht machen. Das jüdische Volk, dem zu Liebe so mancher unter uns sein Leben von Grund aus umgeformt hat, dessen Wohl und Rettung unsere ganze Lebensarbeit gewidmet sein sollte, hat unbedingten Anspruch darauf, daß wir ihm restlos einen kleinen Teil derZeit widmen, in welcher unsere Anpassungsfähigkeit, unsere Spannkraft und unsere Begeisterungsfähigkeit am höchsten stehen: nämlich unsererStudienzeit, unserer Juge nd. DasK. J. V. hat meines Erachtens die Aufgabe, die Gründung jüdischerSiedlungsheime zu fördern, anzuregen oder selbständig vorzunehmen. Mit etwas Initiative lassen sich in Berlin mehrere, in Königsberg, Posen, Breslau, Hamburg, Frankfurt, vielleicht auch in einigen süddeutschen Großstädten einzelne solcher Institutionen schaffen; einer Organisation, wie der unsrigen, die im Präsidium die gegebene Arbeitszentrale und Aufsichtsbehörde besitzt, muß es nicht schwer fallen, das Interesse allenthalben für solche Bestrebungen zu wecken, Geldmittel flüssig zu machen und so das Problem in die Tat umzusetzen; um große Summen kann es sich ja nicht handeln. Die Arbeitskräfte, soweit männliche in Betracht kommen, stellen wir selbst. Schon deshalb liegt ein möglichst gründlicher Ausbau der Volksheimidee in unserem Interesse. Medizinische Ambulatorien, Rechtsauskunftsstellen, Literatur-, Geschichts-, Sprach- und Bibelkurse, Aemter für soziale Angelegenheiten, Turn- und Sportabteilungen, dies alles sind Arbeitsmöglichkeiten für uns; der junge Fux und Bursch wird famulieren und lernen, der i. a B, praktizieren, der A. H. wird ordinieren, sei er nun Jurist, Arzt oder Philologe, Rabbiner oder Nationalökonom. Diese Art von Betätigung wird kein Sport sein; denn Tausende sollen einmal unsere Mitarbeit schätzen lernen, und uns soll es die Erfüllung unserer heiligsten Pflichten bedeuten. Jeder Bundesbruder muß verpflichtet werden, in einer der.angegebenen Weisen seine Zeit abzudienen, er sollsich dem

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