Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 15. Kreigsheft (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jüdische Student 44$ Judentum vor der Rückkehr ins Judenland." Dies eine Forderung, die in erster Linie uns K. J. V.-er angeht; aus unseren Reihen sollen ja, wie wir uns so gern sagen hören, Führer in Juda hervorgehen; wir wollen ja Elitezionisten züchten. Unser Bestreben muß es also sein, keinen Alten Herrn ins Leben hinauszuschicken, der nicht einem Mindestmaß von zionistischen Anforderungen entspricht. Es ist rechtzeitig erkannt worden, daß die bis heute geübte jüdische Ausbildung unserer Bundesbrüder das eben angedeutete Ziel nur zum geringsten Teil erreicht; man hat gelernt, daß die Erziehung des IC J. V.-ers mit der Burschenprüfung noch nicht abgeschlossen sein könne. Und man sucht nun nach Formen, die man derh weiteren jüdischen Werden des Burschen, bis er Alter Herr wird, geben will. Hierzu habe ich Vorschläge zu machen, 2. Wir K. J. V.-er haben vor den anderen Zionisten die geschlossene Disziplin voraus, der wir uns durch unseren Eintritt in das Kartell unterworfen haben. Sie setzt uns in den Stand, Probleme praktisch zu lösen und in die Tat umzusetzen, deren Ausführung durch die Masse der Zionisten heute noch ein Ding der Unmöglichkeit ist. So ist die Frage der jüdischen Dienstpflicht in der zionistischen Oeffentlichkeit bloß gestreift worden; der Artikel von Robert W e 11 s c h, Nr. 52 der „Jüdischen Rundschau" von 1916, zeigt, daß dieser Oedanke spruchreif geworden ist Unsere Aufgabe ist es, die praktischen Möglichkeiten dieses Problems zu eröttern. Wenn einmal die verschiedenen Vorschläge zum Ausbau und zur Vertiefung unserer jüdischen Erziehung konkrete Formen werden angenommen haben — die Aufstellung eines wissenschaftlichen Erziehungssystems muß Berufeneren als mir ein Leichtes sein! - , so haben wir den theoretisch Wissenden praktische Arbeitsmöglichkeiten in die Hand zu geben. Die vollendetste Form hierfür ist die, welche gleichzeitig uns e i n E rkennenund Erfassendes jüdischen Volkswesens möglich macht. Es ist verschiedentlich auf die j üdischen Volksheime hingewiesen worden; diese scheinen mir das Arbeitsfeld zu bieten, auf dem das Erziehungswerk des K. J. V. zu einem praktischen Resultat gedeihen kann. „Der Jude", Heft 2 des I. Jahrgangs, brachte aus der Feder von Salomon Lehnert Aufschluß über die jüdischen Volks¬ oder Siedlungsheime. Ich fasse in Folgendem das Wesentliche kurz zusammen. Jüdische Siedlungen sind „Ansiedlungeu (ansiedeln braucht nicht wörtlich aufgefaßt zu werden) von Studenten und Frauen in den mit jüdischem Proletariat bevölkerten Straßen und Stadtteilen der Großstädte zum Zweck sozialer Arbeit." (S. 106.) Die