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Der jüdische Student · 1917-05-01 · 15. Kreigsheft (Mai 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
15. Kreigsheft (Mai 1917)
Date
1917-05-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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448 Der Jüdische Student seits weiß ich — vornehmlich infolge der wiederholter Diskussionen des Stammtisches Greifswald, der sich aus Bundesbrüdern zusammensetzt, die in den verschiedensten Korporationen ihre K. J. V.-er - Erziehung genossen haben—daß eine Anzahl Bundes- Brüder—und es sind dies nicht der geringere Teil und auch sicherlich nicht die schlechtesten K. J. V.-er und Zionisten— ebensowenig mit dem, wogegen ich mich wende, mit der Berliner Richtung, einverstanden sind wie ich. Ich habe das Gefühl, daß es nur eines kleinen Anstosses bedürfe, daß es für viele nur dessen bedürfe, daß irgend ein Aktiver einmal damit anfängt, einen Protest geltend zu machen, um sie alle, die jüngeren Semester, reden zu machen, im Felde und in der Garnison, kurz alle außerhalb und unbeeinflußt von der Berliner Sphäre. Und so wage ich diesen Protest im Vertrauen darauf, daß diesem ersten Schrei aus der Diaspora gleich viele andere folgen werden, von Leuten, denen der letzte J. St. eigentlich schon gezeigt haben sollte, daß es nicht recht sei zu warten, bis man heimgekehrt sei, da das vielleicht dann doch zu spät sein könnte. Die jüdische Dienstpflicht Von Robert Levy (V. J. St. Freiburg), Straßburg i. Eis. 1. Die sachliche Diskussion über die Ergebnisse des K. J. V.¬ Tages wird bestimmt durch die Frage nach Verneinung oder Bejahung der Golusarbeit. Was hierzu auf unserer Tagung gesagt wurde, fand einen größeren Rahmen in den Debatten des Delegiertentages. Heute scheinen im Kartell die Meinungen weiter auseinander zu gehen als in der Partei. So mancher unter den Bundesbrüdern befürchtet, durch die Betonung der Golusarbeit würde der palästinensische Gedanke in den Hintergrund gedrängt, ein Hinausschieben der Uebersiedlung nach dem Lande der Väter dem Einzelnen leichter gemacht werden; die so denken, rechnen vor allem mit dem Trägheitsmoment, das in jedem von uns steckt, und das, um wirksam zu werden, einen erschlaffenden Willen, ein Nachlassen des ehrlichen Strebens nach dem Ziele braucht. Ich meine jedoch, wir alle streben, jetzt und für alle Zukunft, in ungetrübter Ehrlichkeit, fest wollend, nach Palästina; nur sehen wir in der Unmöglichkeit für so viele, heute schon auszuwandern, ein Symptom für die Unreife des Westjudentums, sich zu verpflanzen. Und alles, was für die Golusarbeit gesagt und getan wird, ist, bewußt oder unbewußt, der Ausdruck des Nicht-reif-seins für Palästina. So entsteht für uns, in einem neuen Gewände, das Gebot der „Heimkehr zum

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