Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 15. Kreigsheft (Mai 1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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444 Der Jüdische Student der notwendigen rechtlichen Grundlagen und Kreditorganisationerg. — ist noch zu leisten; reichlich genug nicht nur für unsere* wohl auch noch für die kommende Generation. Glücklich der., Einzelne von uns, der schon jetzt seinen Wohnsitz dauernd im, Lande unserer Sehnsucht aufschlagen kann; die ungeheure Mehrzahl aber wird sich bescheiden müssen, ein jeder nach; seinen Kräften und Fähigkeiten mitzuarbeiten am Werke der Zukunft. Wenn wir dieser Wirklichkeit offen und ehrlich ins Antlitz, schauen, dann kann es hinsichtlich unseres Erziehungsprogramms nur eine Forderung geben; weg mit all den benebelnden Phrasen von der Schaffung einer jüdischen Kultur inmitten des hoch-, kultivierten Westens Europas, weg mit den unsinnigen Entwurzelungstheorien! Ganze Männer brauchen wir für die zu leistende Arbeit, d. h. solche, die fest in ihrem Beruf und ihrer Umgebung wurzeln. Nur wer für seine Person den Kampf ums Dasein erfolgreich durchgeführt hat, nur der ist in der Lage, seine Arbeitskraft und seine Mittel der Partei, seinem Ideal, zur Ver~. fügung zu stellen. Parteibeamte können wir nicht alle sein, auf der andern Seite können aber deren Anschauungen über den einzig wahren Zionismus nicht bindende Kraft erringen für uns alle, die wir unter ganz anderen Bedingungen zu leben, gezwungen sind. Dies letzte ist kein Vorwurf und trifft in keiner Weise per-r sönlich, wie ich auch betonen möchte, daß ich den Namen B I u m e n f e I d s nur' aus dem Grunde hineinziehen mußte,, weil er nun einmal ein Programm bedeutet. Ich vermag beim besten Willen nicht einzusehen, warum ich, um Hebräisch zu erlernen und in Form von Lektüre zu verwerten, um in Settlements mich zu betätigen und jedes mögliche Mittel zu ergreifen, in ostjüdische Art mich hineinzufinden, um in pietätvoller Form je nach der religiösen Überzeugung unsere nationalen Feste und Gedenktage zu begehen, mich „entwurzeln" d. h. mein ganzes Leben lang mir einreden soll, ein vollkommen Fremder innerhalb meiner ganzen Umgebung zu sein, mich durch , keinerlei Denken und Fühlen mit ihr verbunden zu erachten.4 Das wäre eine traurige Existenz, und ich halte unsere junge Generation für viel zu reif, um sich in solch verstiegenen Ideologien wohl zu fühlen und nicht schließlich selbst zu erkennen, daß mit dem schon Erwähnten und noch viel mehr dazu noch keine jüdische Kultur im Gallith geschaffen wird,, die imstande wäre, uns die Kultur unserer Umgebung zu ersetzen —# Ich glaube in meinen bisherigen Ausführungen in großen, Zügen gezeigt zu haben, wie sich der Zionismus und die. Mög- , liehkeit, ihn in die Tat umzusetzen, für einen größeren Teil der älteren K.J.V-er gestaltet hat Des weiteren aber glaube ich bewiesen zu haben, daß „die Jungen" nach manchem Auf und