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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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408 Der Jüdische Student „Im Anschluß an Ihre mir soeben zugegangene Bitte, meine Ansicht über das Erziehungsproblem auseinanderzusetzen, teile ich Ihnen mit, daß ich gerade vor einigen Tagen im Prinzip beschlossen habe, nach dem Kriege, aber vermutlich in keinem Fall vor 1918/19, nach Palästina überzusiedeln. Das ist m. E. die einzige Lösung der Judenfrage im ganzen und deshalb auch jedes ihrer Unterteile, mithin auch der jüdischen Erziehung. Sollte mein Plan zufolge irgend welcher Umstände nicht verwirklicht werden, dann hoffe ich, daß es mir gelingen wird, meine Kinder so zu erziehen, daß sie entweder schon verhältnismäßig früh die Schulen in Erez Israel besuchen können oder daß sie in späterem Alter aus eigenem Antrieb hingehen werden." Hierzu bemerkt Gerzon brieflich folgendes: Ich bin mir nicht bewußt, daß der Entschluß der Uebersiedlung in irgend einem Zusammenhang mit den im „Jüdischen Studenten" zum Ausdruck gekommenen Anschauungen stände, glaube vielmehr darin den vorläufigen Abschluß einer vieljährigen inneren Entwicklung sehen zu müssen. Da meine Frau übrigens ohne jede Kenntnis jüdischen Wesens erzogen worden ist, so sind die inneren Schwierigkeiten größer, als Ihr ahnen möget. Ich denke denn auch erst nach einer mehrmonatlichen, etwa im Frühjahr 1919 mit meiner Frau zu unternehmenden Reise den entscheidenden Entschluß zu fassen. Jacob Qerzon K. J. V.-er und Ostjuden Von Georg Ehr ii ch (V. J.St. Breslau A. H.), im Felde Noch nie hatte mir ein J. St. so viel Freude bereitet wie dieser"), denn einmal ist mir hier jede Aussprache mit Oleichgesinnten völlig unmöglich, und vor allem berührte gerade dies Heft viele Fragen, die mir hier sehr am Herzen liegen, so recht an der Wurzel Während in der Palästina-Frage und der für uns sehr wichtigen Blau-Weiß-Frage noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, scheinen mir P r e u ß und besonders B e r g e r unser Verhältnis zu den Ostjuden von der richtigen Stelle anzufassen. Besonders B e r g e r s sachkundige Ausführungen kann ich auf Orund meiner eigenen Erfahrungen in Russisch-Polen und Qalizien unterschreiben. Der oft schlechte erste Eindruck, *) 10. Kriegsheft vom August 1916 enthaltend u. a. den Aufsatz „Die K.J. V.-er und die Ostjuden".

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