Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 14. Kriegsheft (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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Der Jüdische Student 407 Schon fünf Juden unseres Schlages, es brauchen durchaus nicht nur Akademiker zu sein, müssen genügen, um in einem Orte wie Aleppo einen Mittelpunkt jüdischen Lebens zu schaffen. Eine größere Zahl von Männern, die sich beherzt zu einer solchen Lebensaufgabe entschließen, müssen imstande sein, unserer Sache einen ungeahnten Einfluß im vorderen Orient zu verschaffen, und nur so kann ich mir die Entstehung eines jüdischen Palästina denken. Das, was ich Euch vorschlage, ist keineswegs leicht. Um einen solchen Plan in die Tat umzusetzen, ist viel gewissenhafte Vorarbeit, viel Opferwilligkeit und viel Energie nötig. Aber auch derjenige, der sich mit meinen Argumenten nicht befreunden kann, wird doch empfinden, daß es sich hier trotz der Schwierigkeiten um praktisch erreichbare Lebensziele handelt, während das palästinensische Bauernideal ä tout pnx sich doch jedem, der praktisch denkt, als ein romantisches Experiment auf sehr zweifelhafter Grundlage darstellt. Was ich Euch vorschlage, ist nicht Theorie, sondern das Ergebnis meiner Lebenserfahrungen und mein persönliches Programm nach dem Kriege. Ich gebe Euch zum Schluß einen praktischen Rat. Faßt keine Entschlüsse ohne vorherige gründliche Prüfung der Dinge. Wenn Ihr nach dem Kriege wirklich fort wollt, so opfert ruhig ein Jahr Eures Lebens und geht nach Wandervogel- oder Vagantenmanier nach den Ländern des vorderen Orients. Macht vielleicht Sternfahrten nach Palästina, von Kairo, Konstantinopel,, Bagdad usw. beginnend. Ihr müßt den ganzen Länderkreis so gut wie nur irgend möglich kennen, bevor Ihr Euch für einen bestimmten Ort und einen bestimmten Beruf entschließt. Diese Studienreisen brauchen nicht einmal Geld zu kosten, wenn Ihr es einem amerikanischen Studenten nachmacht, dessen Buch ich Euch dringend empfehle: Henry Frank, „Als Vagabund um die Erde" in deutscher Uebersetzung. Lest auch Kiplings indisches Buch „Kim" und zieht aus Eurem Feldzugsleben die Erfahrung, daß ein Federbett zwar eine schöne Einrichtung ist, daß man aber auch eine Zeitlang existieren kann,, wenn man. weniger gut untergebracht ist! Die schönste und wichtigste Frucht unserer Erziehung ist. die Opferwilligkeit, aber es ist eine Sünde und ein verhängnisvoller Fehler, dieses mühselig erworbene Gut zwecklos zu, vergeuden. Joseph Loewy Bbr. Jacob G e r z o n, Haag hat im „Joodsche Wächter", denv. Organ des niederländischen Zionistenbundes, eine Erklärung; veröffentlicht, die übersetzt folgendermaßen lautet: