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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Der Jüdische Student 401 eine persönlich enge Berührung durch Vorträge, Kurse und Freundschaftsverkehr zwischen einzelnen untereinander oder einzelnen und einer Organisation, und diese Berührung wurde noch durch gelegentliche sportliche Feste, durch nationale und politische Demonstrationen, durch praktische zionistische Arbeit gestärkt. Man fing an, die Jugendbewegung als eine wesentliche Größe anzusehen, als einen Faktor, der besonders gewertet werden müsse, man dachte daran, eine Art Jugendressort einzurichten mit Sekretariat und Kräften, die sich ausschließlich dieser Arbeit zu widmen hätten, das Problem der Jugenderziehung fing an brennend zu werden, und das um so mehr, je weniger der Zionismus darauf rechnen konnte, heute und morgen seine Erfüllung zu finden, je mehr dafür an Verantwortung und Vorbereitung der neuen Generation zugewälzt werden mußte. Man schuf z. B. für den zionistischen Unterricht in den Vereinen eine Art Expose, das in Anlehnung an die Experimente und Erfahrungen der studentischen Verbände als Grundlage den anderen Vereinen dienen sollte und mit Erfolg benutzt wurde; man kam infolge der scharfen Kampfstellung, die die zionistische Jugendorganisation in den letzten Jahren gegenüber der Assimilation einnahm, zu gemeinsamen Besprechungen und Maßnahmen, und schließlich führte der Drang zur Konzentration, die Erkenntnis von der Schädlichkeit gegenseitiger Bekämpfung, das Verantwortlichkeitsgefühl, das die kleinliche Zersplitterung überwinden wollte, im studentischen Leben zur Verschmelzung des B. J. C. und K. Z. V. zum K. J. V., eine glückliche und notwendige Lösung, hinter der freilich, jetzt schon deutlich erkennbar, neue Probleme auftauchen. — Die Verhältnisse liegen jetzt günstiger als früher, man kennt und schätzt einander mehr, arbeitet auch gelegentlich, im Austausch von Menschen und Erfahrungen, zusammen, aber die Kenntnis und Erkenntnis von Wesen und Notwendigkeit und Sonderart der einzelnen Organisationen ist doch leider vorläufig nur auf wenige beschränkt, die sich berufsmäßig oder als Führer in der Bewegung betätigen, und das lockende, lohnende Ziel, das die Ueberschrift dieser Zeilen andeutet, eine Arbeitsgemeinschaft der nationaljüdischen Jugend zu schaffen, welche nicht gelegentlich, von Fall zu Fall sich zusammenfindet, sondern systematisch im geordneten Organismus zusammenarbeitet, ist kaum in Aussicht genommen, geschweige denn erreicht. Und doch wäre sie ein Bedürfnis und eine Forderung des Friedens, die jetzt leichter anzubahnen und zu erfüllen wäre, wo in den einzelnen Vereinen das Leben oft schwer und träge dahinfließt, wo gegenseitige Befruchtung neues Blut zuführen würde, wo die geringere Zahl der in Betracht kommenden Vertreter die Reibungsflächen bedeutend vermindern würde, wo die Eigenart der einzelnen Vereine mit ihrer Tradition und ihren Sonderzielen nicht nivelliert

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