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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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400 Der Jüdische Student ger Vorteile schaffen. Und bei mancher neuen Schöpfung wurde mit vorurteilsvoller Unterschätzung idealer Motive nicht gefragt: warum wird das Neue geschaffen, sondern wer hat es geschaffen, und damit war die Arbeit abgestempelt, das Interesse daran oder gar die tätige, erwünschte und notwendige Mitarbeit erloschen oder unmöglich geworden. Ueber diese kleinliche und persönliche Betrachtungsweise muß eine Bewegung wie der Zionismus freilich hinauskommen, wenn er wirklich schöpferisch aufbauen und alle Volkskräfte in seinen Dienst stellen will, wenn er weiß, daß die Fülle seiner Aufgaben, die Kompliziertheit und Vielfältigkeit seiner Zukunft jedem einzelnen die Möglichkeit einer Mitarbeit erlaubt und daß eine geschickte Arbeitsteilung, die oft vermißte Vorbedingung jeder und speziell unserer Organisation, ein Beiseitestehen des Einzelnen nicht erlauben darf. Neben dieser Form der gegenseitigen Be-, meistens Verurteilung innerhalb der zionistischen Jugendbewegung stand die etwas mildere der kühlen Ablehnung, neben ihr wieder, am häufigsten geübt, die Anerkennung ohne Wissen um das besondere Wesen, die Eigenart, die Methoden der anderen Organisation. Dementsprechend war auch der Verkehr zwischen den Einzelnen und den einzelnen Vereinen ein stark formaler und geschäftsmäßiger, woran die sehr mechanisch-formelhaften Begrüßungen bei Antrittskneipen, Festen und sonstigen Gelegenheiten mit ihrer heruntergerasselten Aufzählung der eingeladenen Vereine nichts änderten. Man hielt, mit ausgeprägtem Stolz aber übertriebenem Hochmut auf die eigene Gemeinschaft, die „anderen" teils für schädlich, teils für gering- und minderwertig, teils für überflüssig; isolierte sich gegen sie, ohne etwas von ihrem Wollen und Können zu wissen, urteilte über sie von außen her, ohne das näherbringende Empfinden, daß hier auf anderen Wegen — und viele führen nach Jerusalem — dasselbe Ziel erstrebt werde, und daß es für die eigene Entwickluug wie für die Gesamtheit besser sei, sich gegenseitig kennen zu lernen, durch Verständnis zu einer praktischen Verständigung zu kommen, aus den Entwicklungsphasen, durch die die anderen, oft gefährdet, hindurchgegangen waren, Lehren für die eigene Zukunft zu ziehen. Das alles wurde erst etwas besser, als durch Personalunion die Beziehungen zwischen den einzelnen Verbänden enger wurden, als bestimmte Erziehungsmethoden (z. B. der studentischen Korporation) auf andere (wie den H.-C.) entweder übertragen oder doch wenigstens als Muster hingestellt wurden, das natürlich nicht sklavisch oder mechanisch nachgeahmt, sondern als Anregung quittiert, nach eigenen Gesetzen und Bedürfnissen modifiziert wurde (und bei größerer Selbstständigkeit des beeinflußten Verbands, wie ja die Entwicklung des H.-B. zeigt, immer stärker sich eigene Formen und Inhalte schafft). Dadurch ergab sich

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