Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 14. Kriegsheft (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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392 Der Jüdische Student sah man z. B. im Eingehen der Mischehe eine derartige Handlung. Ein anderes Beispiel ist es, wenn K J. V.-er für den Grenzschluß mit der Begründung eintreten, daß das Ostjudentum kulturell oder moralisch zu tief stehe, als daß man ihm freien Zuzug hierher gewähren dürfe. Ich hoffe, daß nunmehr der so viel angegriffene, in Wirklichkeit so absolut selbstverständliche Satz überall richtig ver^ standen werden wird. Fritz Löwenstein; K.J.V. und jüdische Freischar Von Max Freundlich (V.J. St. Breslau A. H), Lissa i. P. Die lange erwartete programmatische Erklärung derer um- Joseph Marcus gibt endlich die Gelegenheit zu einer offenen* Diskussion über die Fragen, die aus der Stellungnahme dieses bundesbrüderlichen Kreises zum K. J. V. resultieren. Vor allem zu einer Diskussion der Fragen: Ist die Bildung einer jüdischen Freischar notwendig und möglich? Kann das K.J.V. die Gründung einer jüdischen Freischar hinnehmen, ohne sich in seiner Arbeit gestört zu sehen und ohne deshalb Gegenmaßregeln treffen zu müssen? Beide Fragen sind meines Erachtens zu verneinen. Der größte Teil der an der Arbeit in unseren Korporationen' wirklich teilnehmenden Bundesbrüder ist sich dessen bewußt,, daß unsere Arbeitsmethoden stark reformbedürftig sind. Kneipen- und Mensurenwesen und die noch heute beliebte Art des Fuxendrills haben sich zweifellos überlebt. Ueberlebt wohl schon im deutschen Verbindungsleben; wie viel mehr bei uns„ die wir diese Formen nur äußerlich übernommen haben und durch keine Tradition mit ihnen verknüpft sind. Die bisherigen Formen unserer Arbeit müssen abgeschafft oder auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden! Die Reform wird nun, das ist die Ansicht der meisten, in einer Richtung vor sich gehen, die unsere Korporationen den Blau-Weiß-Bün^en und den projektierten Freischaren bis zu einem gewissem Grade ähnlich werden läßt. Schlichte Arbeitskurse, intensive Sorge für körperliche Ausbildung und bundesbrüderlichen Zusammenhang durch Pflege jeglichen Sports und durch Wandern: das wird das Programm auch unserer Korporationen vor allem werden müssen. Daß die Reform diese Richtung einschlagen wird, zeigt das Verbindungsleben der letzten Semester in Berlin und Breslau (nur diese Korporationen kenne ich).