Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 14 (1917-1918)
- Issue
- 14. Kriegsheft (März 1917)
- Date
- 1917-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Jüdische Student 391 beruhen kantig wenn Leo R o s e n b 1 ü t h es fertig bekommt, in seinem Bericht über den K.J.V.-Tag von uns Alten Herren in einem Tone wohlwollender Herablassung zu sprechen! Wo nehmen die so jungen Bundesbrüder den Mut dazu her, so von den Alten Herren, die, wie Zwirn und wie auch ich, sich die Freude an der Arbeit durch nichts haben vergällen lassen, zu reden? Sie könnten's nicht, wenn nicht in ihnen statt des Willens zur Tat die Freude am Wort und am Gedankenblitz systematisch groß gezogen worden wäre. Damit wollen wir, denke ich, doch nun endlich einmal Schluß machen und wieder zurückkehren zu dem alten Prinzip unserer Erziehung, das die Füxe und Burschen als Lernende auffaßte, und wollen die Kämpfe um zionistische Theorien mit energischer Hand ein für allemal aus dem Kartell oder wenigstens aus unseren Zusammenkünften, an denen Alte Herren und Burschen teilnehmen, hinauswerfen, damit die jungen Bundesbrüder endlich wieder •merken, daß wir Älteren die geistige Pubertätszeit und Unreife, in der sie drin stecken, bereits überwunden haben, daß wir Älteren .zwar Verständnis für ihre geistigen Schmerzen haben, aber selbst m\t diesen bereits fertig geworden sind. Ich glaube, daß auf diesem Wege der jetzt mangelnde Respekt der Jüngeren vor den Alten Herren zurückkehren und auf dem Grunde dieses Respekts auch wieder bundesbrüderliche Empfindungen Platz greifen werden; ich glaube, daß auf diesem Wege der Kampf um die geistige Leitung des Kartells gegenstandslos werden wird, daß wir alle, welcher Richtung wir auch im Zionismus angehören mögen, uns mit Freude der Erziehungsarbeit des Kartells wieder zuwenden werden, wenn diese in den Burschen und Füxen nur zu Erziehende, nicht aber wie jetzt Mitarbeiter sehen wird; ich glaube, daß der Austrag der Meinungen unter uns Alten Herren -erfreulichere, bundesbrüderlichere Formen wieder annehmen wird, wenn wir ihn unter uns allein, nicht vor den Ohren der Jüngeren, vor die er nicht gehört, und daher ohne Rücksicht auf die Leitung im Kartell vornehmen. II Erklärung Mein Wort vom K. J. V. Tag: „Wo der Zionismus anfängt, da hört die Bundesbrüderlichkeit auf" ist bis heute so oft der Anlaß zu Mißverständnissen gewesen, daß ich folgendes erkläre: Der Satz bedeutet nicht, daß die Bundesbrüderlichkeit da aufhört, wo der innerzionistische Streit beginnt. Sondern der Satz bedeutet, daß derjenige, der sich durch seine Handlungen oder durch seine Äußerungen außerhalb des Rahmens der zionistischen Anschauung gestellt hat, damit das Recht verliert, sich auf die Bundesbrüderlichkeit zu berufen, die eben den Zionismus zur Voraussetzung hat. Im alten K. Z. Va