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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der Jüdische Student 387 Dies ist ein Weg, der zusammen mit den von Blumenfeld jetzt auch anerkannten und selbst vorgebrachten Forderungen die K J. V.-er dem Ziele des Jüdischerwerdens nähern kann. Ich behaupte nicht, daß es der einzige ist, aber jedenfalls halte ich es für falsch, diese Möglichkeit — wie es bisher geschehen — als überhaupt nicht vorhanden zu betrachten. Ich möchte diese Gedanken, die mich schon lange beschäftigen, die durch den Verlauf des KJ.V.-Tages neu befruchtet wurden und auf der Januar-K. J. V.-Zusammenkunft in Lille den Gegenstand einer fruchtbaren Diskussion bildeten, den Bundesbrüdern nicht vorenthalten. So, wie ich, denken — vielleicht in Einzelheiten abweichend — eine große Anzahl Bundesbrüder. Wenn Robert Nußbaum, dessen Ausführungen auf dem K.J. V.-Tag ich im wesentlichen beipflichten kann, die mit ihm übereinstimmenden Bundesbrüder auf 150 geschätzt hat, so ist nach meinen Erfahrungen die Zahl bei weitem zu niedrig gegriffen. Ich möchte die Behauptung aufstellen, daß die überwiegende Mehrheit der in der Provinz Ansässigen dem, was Nußbaum gesagt und ich oben im ersten Teile hier ausgeführt habe — über den zweiten Teil mögen die Ansichten vielleicht auseinander gehen — beipflichtet. Grund genug, diese Fragen sorgfältig zu prüfen und die auf dem nächsten K.-T. nötig werdende Auseinandersetzung über sie jetzt schon vorzubereiten! Bundesbrüderlichkeit*) i. Von Georg Herlitz (V.J.St. Berlin A. H.), z. Zt. im Heere Erich Cohn schreibt an Schwarz, daß ihm das Wort von der mangelnden Bundesbrüderlichkeit allmählich zum Halse *) Daß die Debatte über Bundesbrüderlichkeit, wenn sie schon stattfindet, aus dem Halbdunkel der Rundschreiben, Privatkorrespondenzen etc. an das helle Licht des Tages tritt, ist an sich sehr wünschenswert. Oen vorliegenden Brief von Herlitz halte ich allerdings für keine besonders glückliche Einleitung. Es widerstrebt mir durchaus, einen Beitrag zu veröffentlichen, der so von persönlichen Aposfrophierungen durchsetzt ist wie dieser. Der J. St. ist für sachliche Auseinandersetzungen da, nicht um die persönliche Eigenschaft einzelner Bundesbrüder zum Gegenstand der Diskussion zu machen. (Es wird hoffentlich n emand glauben, daß ich diesen Standpunkt hier deshalb einnehme, weil in dem Brief zufällig von Bundesbrüdern, die mir nahe stehen, und mir selber die Rede ist.) Ich habe Herlitz diese Bedenken gegen den Abdruck seines Beitrags freundschaftlich auseinandergesetzt und ihn ersucht, diese Schönheitsfehler zu entfernen und damit den Artikel auf ein sachlicheres Niveau zu heben. Er hat das tür unmöglich erklärt und betont, daß er den Abdruck in der vorliegenden Form wünsche. Diesem Wunsche mußte entsprochen werden — schon damit die Phantasie nicht neue Nahrung erhält, ich lehnte Artikel, die nicht meinen Ansichten entsprächen, deshalb ab. Erich Cohn

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