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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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382 Der Jüdische Student Die Vertretung des Kartells soll dem Präsidium bleiben, aber e& wird in Fragen jüdischer Politik sich mit der Leitung der Altherrenschaft zu benehmen haben, die mit dem Präsidium vielfach durch Personalunion verbunden sein wird. — Soviel über dies Thema. Organisieren heißt Arbeit erfolgreicher machen. Aber die Arbeit, die Kraft und der Wille zur Leistung müssen da sein. Deshalb ist es mit der Einsetzung einer Leitung der Altherrenschaft nicht getan, ebensowenig wie das Präsidium den wachsenden Aufgaben des Kartells gerecht werden kann. Man braucht nicht an die Erfahrungen des Krieges zu denken, wo wir mit besonders schwierigen Personenfragen zu kämpfen haben, auch vor dem Kriege hätte die Tätigkeit des Präsidiums ertragreicher sein müssen. Ich halte das so wenig für eine Personenfrage^. daß ich auch für die künftige Friedenszeit keine besseren Hoffnungen habe. Den älteren und erfahreneren Bundesbrüdern erlaubt es selten ihre Zeit, die viele Kleinarbeit zu übernehmen, die wir von den Mitgliedern unseres Präsidiums verlangen, und die arbeitenden jüngeren Kräfte können den Platz in der Leitung deo Kartells häufig nicht recht ausfüllen. Das ist unabänderlich und muß in verstärktem Maße für die Leitung der Altherrenorganisation gelten, in der die Aufgaben noch größere Erfahrung, Takt und Autorität verlangen werden. Deshalb, wenn wir von der Arbeit des Präsidiums und von der Arbeit der Altherrenorganisation Erfolg erwarten wollen, muß eine Kraft freigemacht werden, die Autorität und Arbeitsleistung vereinigt. Wir brauchen den K a r t e 11 s e k r e t ä r. Es ist wunderlich, daß immer noch einige Leute einen Widerwillen haben, einen Bundesbruder für jüdische Berufstätigkeit zu bezahlen. Als ob wir dem Betreffenden etwas schenkten! Ich glaube, daß ein Mann wie Blumenfeld sich seine Stellung und die Stellung aller zukünftigen Sekretäre gesichert hat! Wir wollen doch nicht 2000 oder 3000 Mark irgend einem examensunlustigen Studenten bezahlen, sondern wir wollen eine Stellung schaffen, die der klügste Jurist als eine Ehrenaufgabe ansieht und die sich auch wirtschaftlich mit einer Berliner Anwaltschaft vergleichen kann. Mir scheint die Aufgabe des Kartellsekretärs, der gleichzeitig Sekretär der Altherrenorganisation wäre, nicht weniger umfangreich und dankenswert, als die des Parteisekretärs; sie hat die Kontinuität aller Arbeit und ihren Erfolg zu verbürgen, und ich denke, wir schätzen die Bedeutung unserer Aufgabe nicht gering ein. Es ist ein hochpolitischer Posten, der da entstehen soll,,, und wer ihn nicht dazu zu machen versteht, ist nicht der rechte Mann dafür. Der Sekretär des Hilfsvereins ist ein Mann wie Kahn, Syndikus der Berliner Handelskammer ist der Vizepräsident des Reichstages — also fort mit törichten Bedenken über Bezahlung jüdisch-politischer Arbeit! Erst der Sekretär

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