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Der jüdische Student · 1917-03-01 · 14. Kriegsheft (März 1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
14 (1917-1918)
Issue
14. Kriegsheft (März 1917)
Date
1917-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Der Jüdische Student 381 tiaben. Wir schaffen die Altherrenorganisation um der Arbeit und um des Vertrauens willen. Ueber das Vertrauen nur wenige Worte. Nicht Leistungen allein, vor allem die Persönlichkeit macht den Führer. Wer im Kreise von Studenten ein großer Führer ist, wird dadurch noch nicht zur Leitung der Altherrenschaft befähigt; sein Denken wird ohne Widerhall, sein Handeln ohne Anerkennung bleiben. Wenn es gilt, der Altherrenschaft «eine Leitung zu geben, so scheidet aus, wer zu jung ist Unzweifelhaft aber wollen wir es hinstellen, daß von allen anderen nur der nicht in Frage kommt, der sich selbst weigert. Das Vertrauen, das die Grundlage der neu beginnenden Arbeit ist, ist gleich dem Wissen, daß jeder die Art und den Weit des anderen anerkennen will und mit Zuversicht an die gemeinschaftliche Arbeit tritt. Wenn diesVertrauen besteht, sodaß keiner draußen stehen bleibt und d e Organisation entsteht, dann wird vieles möglich werden. Die Altherrenschaft des Kartells hat den Beruf, der Kern des deutschen Zionismus zu sein. Gegenseitige Unterstützung und planmäßige Leitung wird unsere jüdische Arbeit intensivieren und erfolgreicher machen. Die Formen und die Mittel, alle Kräfte einzusetzen, werden mühelos gefunden werden. Bewußt wollen wir über die Arbeit für das Kartell hinaus — dessen Stärkung nach innen und außen auch weiterhin die vornehmste Aufgabe der Altherrenschaft bleibt — den ganzen Umkreis jüdischer Mannesarbeit gemeinsam durchdringen. Wir werden Aufgaben teilen, Leistungen vereinigen, Anregungen und Erfahrungen tauschen, unser Ziel wird die Geschlossenheit und die Autorität der nationalen jüdischen Akademikerschaft sein. Der Erfolg wird sich darin am sichtbarsten erweisen, daß als das Ziel der K. J. V -Erziehung wieder der Alte Herr deutlich wird. Die Absicht einer Altherrenorganisation unter eigener Leitung soll niemanden glauben machen, daß hier eine noch so geringe Trennung von der Studentenschaft eintreten wird. Rein organisatorisch tritt der Zusammenhang dadurch zu Tage, daß die Zugehörigkeit zu der Altherrenorganisation integrierender Bestandteil der Eigenschaft als Alter Herr ist. Auch die Geschlossenheit des Kartells, die ihren Ausdruck darin findet, daß Kartelltag und Präsidium seine obersten Instanzen sind, wird nicht erschüttert werden. Dem steht nicht im Wege, daß die Vertretung der Altherrenschaft gestärkt und die Rechte der beiden Gruppen näher umschrieben werden. Wir werden die Bezirksverbände ausbauen und vermehren und werden ihre Stimmenzahl auf dem Kartelltag festlegen, und wir werden die Beschlußfassung in Angelegenheiten der Korporationen und in Angelegenheiten des Kartells oder der Altherrenschaft trennen. Es wird ein besonderer Altherrentag entstehen und eine besondere Leitung, denen vom Kartell Kompetenzen übertragen werden.

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