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Der jüdische Student · 1917-01-01 · Sommer-Semester (1917) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
Sommer-Semester (1917)
Date
1917-01-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Der Jüdische Student 37 der Schaffer errötete vor Glück. Ich aber konnte nicht mehr an mich halten: „Oh Akiba," rief ich, „Wann kommt der Messias!" Sein Blick prüfte meine Seele. „Vor den Toren Roms sitzt ein buckliger Bettler, der Messias und' wartet", sprach er: mich erschreckte es wie Drohiungf. „Worauf wartet er, Meister!" rief ich voll Ansgt. „Auf dich", sprach der Greis und wandte sich. Und ich erwachte vor jähiem, grellen, herzerneuenden Schreck. Das K. J. V. im Kriege Am 1*9. Juli 1914 schlössen sich der Bund Jüdischer Korporationen, (und das Kartell Zionistischer Verbindungen zu dem Karteil Jüdischer Verbindungen (K. J. V.) -zusammen. Gleiche Ziele und gleiche Arbeitsmethoden brachten die beiden, schon von j-ehier in Freundschaft miteinander verbundenen Kartelle zur Vereinigung. Eine einheitliche, straff zentralisierte und auf den Grundsätzen der BundesbrüderHchkeit errichtete, national-jüdische Studentenschaft entstand! damit. Wenige Tage darauf brach der Krieg aus und verhinderte so, daß das neue Kartell seine Arbeit ijn der Weise unternahm, wie es geplant worden war. Die Aufgaben, vor denen sich das neue Kartell sah, waren von mannigfaltiger Art. Die wichtigste aber schien zunächst, mit den im1 Felde stehenden Bundesbrüdern einen so sengen Konnex herzustellen und aufrechtzuerhalten, daß es diesen ermöglicht wurde, auch, vom Felde aus an den Arbeiten des Kartells teilzunehmen, mitzudenken und mitzuarbeiten und das enge bundesbrüderliche Band, das eine der Grundlagen des Kartells ist, trotz aller Schwierigkeiten fest aufrechtzuerhalten. Der Erreichung dieses Ziels dienten einmal die Rundschreiben, die die einzelnen Kartellverbindungen an ihre im Felde stehenden Bundesbrüder regelmäßig absandten und in denen sie sie über alle Vorgänge korporativer und persönlicher Art eingehend informierten. Für diejenigen Karteilkoih porationen, deren Mitglieder sämtlich im Felde stehen, wurden „Patenschaften" eingerichtet, d. h. diejenigen Verhandlungen, denen es ihre Mitgliederzahl gestattete, übernahmen die Fürsorge für die Bundesbmder kleinerer Verbindungen. Vor a$em aber hat das Präsidium selbst ausführliche Feldrundschreiben regelmäßig hinausgehen lassen, in denen es sich zur Aufgabe machte, über die Vorgänge im jüdischen Leben und über die grundlegenden Fragen des Kartells zu berichten. Alle diese Rundschreiben hatten zur Folge, daß sich eine enge Korrespondenz zwischen den abwesenden Bundesbrüdern und den zurückgebliebenem entspann. Zu Pessach erhielten die Bundesbrüder Bücher nach Wahl als Liebesgabe. Durch Einrichtung von Feld-Leihbibliotheken suchte das Kartell den im Heeresdienst stehenden Bundesbrüdern geistige Anregung) zu bieten. Durch besondere regelmäßige Rundschreiben werden auch die in Gefangenschaft befindlichen Bundesbrüder über alle wichtigen Vorjgänge unterrichtet.

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