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Der jüdische Student · 1917-01-16 · 13. Kriegsheft (26.1.1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
13. Kriegsheft (26.1.1917)
Date
1917-01-16
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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368 Der Jüdische Student Die Freischar kennt weder Kneipen, noch Kommerse, noch Mensuren; sie liennt nur schlichte Arbeitskurse, Rasten, Wanderungen, Turnspiele und intensiven Sport. Keilmittel gibt es nicht. 4. Das K.J. V. muß, nachdem das K. Z. V. von der Bildfläche verschwunden ist, die offizielle Vertretung des nationaljudischen Gedankens in der Gesellschaft übernehmen. Jedes Ausweichen vor dieser Pflicht wäre Unehrlichkeit und Feigheit, Warum man das Wort Zionismus im Programm des K. J. V. geflissentlich gemieden hat, verstehe ich nicht. Das zionistische Leben im K.J. V wird das Spiegelbild des Lebens in der zionistischen Organisation sein. Die Freischar ist wie der Blau-Weiß nichts als jüdisch. Die natürliche und jüdische Stimmung in ihr verbürgt ihre volljüdische (zionistische) Tendenz. Sie hat aber keine Zwangsmittel, ihre Mitglieder zum Zionismus zu verpflichten. Vielmehr ist die Entwicklung jedes einzelnen so frei, wie es im B.J. C. zu Zeiten Zwirns und Steinitz' war, nur daß die Bejahung der Diasporaarbeit dem Fertigen mehr Verantwortung aufbürgt und ihn zur aktiven Anteilnahme an irgend einer jüdischen Position zwingt. 5. Da das KJ- V. nur den Juden erzieht, kennt es in seinem Fuxenunterruht nur Judaica. Vom Jüdischen soll die Beeinflussung der Lebensführung herkommen. Diese Theorie hat völlig Fiasko erlitten. Die Lebensführung läßt allenthalben zu wünschen übrig. Kneipengelage, Prostituierienbesuch, Verhältniswes.en, ja, völliges Verbummeln werden nicht verhindert. Die Freischar geht wie der Blau-Weiß umgekehrt von der Erziehung des Menschen aus. Bei gleichzeitiger jüdischer Beeinflussung und Arbeit wird der gesund empfindende und disziplinierte Mensch auch ein guter Zionist. Die Lebensführung und -gestaltung steht im Vordergrunde des Interesses. Volljude sein gehört dazu. Daher sind neben Judaica die allgemeinen Fragen der Wissenschaft und des Lebens ein wichtiger Erziehungsstoff. 6 Je länger ein Student im K A V. ist, um so weniger hat er dann zu tun. Seine Verantwortlichkeit wird immer geringer. Als A H. wird er meist nur noch als Gast angesehen. M^n kennt sich als Juden und Bundesbruder, der Mensch aber ist einem häufig ganz fremd Daher entsteht im K. J. V. keine Zusammenarbeit. Nur für einen Teil bildet das K. J V. die geistige Heimat. - Die Freischar ist als Erziehungsgemeinschaft zugleich eine Arbeitsgemeinschaft. Je länger einer in ihr steht, um so größer wird seine Arbeitsverpflichtung. Wenn den Fertigen nicht andere Pflichten abhalten wießiau-Weißund eigeneKmder, so muß auch er an jedem Sonntag wandern oder sonstwie an der Arbeit der Freischar teilnehmen. Jeder ist bemüht, sein Bestes herzugeben, auch sein berufliches Können für die Bundesbrüder zu verwerten und sein jüdisches Wissen mitzuteilen, .durch Zusammenarbeit und Arbeitshilfe mitzuwirken. Aus der sachlichen Arbeit folgt eine

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