Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1917-01-16 · 13. Kriegsheft (26.1.1917) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
13. Kriegsheft (26.1.1917)
Date
1917-01-16
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537613-3537619--3779-3541517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

,3*6 Der Jüdische Student mus liegt. Denn nicht in der schematischen Vereinheitlichung der Erziehungsmethoden sehe ich das Heil des Judentums. Nur die letzte Einheit der Stoßkraft nach außen und der Tat nach innen muß Vorhanden sein! Wenn ich an einen jüdischen Jugendtag denke, so sehe ich ebenso K. J. V. wie Studentinnenvereine, Blau-Weiß-Studenten wie H. C.-er*), freie Jugendbündler wie zionistische Jugendvercinler, Turner und Ruderer usw. vertreten. Diese ganze national gesinnte Jugend muß einen Oeist, den zionistischen, haben. Ist es wirklich eine Vorbedingung für die höhere Einheit der jüdischen Jugend nach innen und außen, daß die akademischen Zionisten in einer Organisation zusammengeschlossen sind? Ich sage nein. Auch aus praktischen Gründen des Keilerfolges brauchen wir zwei Richtungen im Studentenleben, so wie wir auch zwei hatten. Der Unterschied v o n B. J. C. und K.Z. V. muß lebendig werden im Unterschied zwischen Blauweißstudenten und K. J. V. Das K. J. V. soll die grosse studentische Repräsentationskorporation bleiben, die den Zionismus quasi offiziell im Studententum vertreten wird. Die Blau-Weiß-Scharen werden ein stilleres und formloseres Dasein führen. Für eine große Zahl von Füxen sind die Formen des Studentenleben^ bei der Wahl der Verbindung, in die sie eintreten, ausschlaggebend. Diese Masse der Füxe wird das K. J. V. weiter keilen und erziehen müssen, während andere diesen Formen abh old sind und sich ihr Leben mehr nach eigenen Oese zen formen wollen. Diese letzteren werden dem K. J. V. verloren gehen, wie es auch früher war. Wenn die neue Zweiteilung kommt, die durch verschiedene Erziehungsmethoden bedingt sein wird, so wird in ihr, wenn das K. J. V. sachlich genug sein und wollen wird, doch eine Einheit möglich sein. Die freien Blau-Weißschaften werden mit dem K. J. V. als enge Bundesbrüder oder Kartellbrüder oder Gesinnungsgenossen zusammen arbeiten, ganz sachlich, ganz ehrlich, ganz freundschaftlich. Sie werden zusammengehen mit allen Zionisten und Nationaljuden, soweit jene wollen. Was nun im einzelnen Gegenstand der Kritik an der K. J.V.¬ Erziehung und Aufgabe der Blau-Weiß-Erziehung sein soll, will ich kurz zusammenstellen. Während das Ziel, das Erziehungsresultat, der reife Zionist, die tätige, jüdische Persönlichkeit, im K. J. V. mit der höchsten Inbrunst und Wahrhaftigkeit erstrebt wird, entsprechen die Erfolge mehr als fünfzehnjähriger Tätigkeit nicht der Summe der angewandten Kraft. Der Grund des Versagens der B.J. C- *) Herzl Club

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.