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Der jüdische Student · 1917-01-16 · 13. Kriegsheft (26.1.1917) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
13 (1916-1917)
Issue
13. Kriegsheft (26.1.1917)
Date
1917-01-16
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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Der Jüdische Student 365 tungen verschwunden und haben einer nationaljüdischen Tendenz PJatz gemacht. Der einzige Grund zur Fusion konnte die Verhinderung gegenseitigen Abkeilens sein. Wenn Vernunft und Brüderlichkeit, anständige Gesinnung und nationaljüdische Gemeinschaft die Korporationen verbunden hätten, mußte es auch andere Wege der Verständigung geben. Alle andern Gründe: Vereinfachung der Verwaltung, Kostenersparnis, eine Zeitung, größte jüdische Korporation (1000!) sind mir ganz unwichtig. Zahlen sind vergänglich. Die Zweiteilung braucht nicht Uneinigkeit zu bedeuten, wie die Vereinigung noch lange keine Einigkeit bedeutet. Alle Menschen können nicht für einen Typus einer Korporation passen. Daher brauchen wir mannigfaltige Formen. Nur daß jeder davon überzeugt sein muß, daß die Erziehungsform seiner Korporation die einzig richtige ist. Diese Ueberzeugung habe ich von der heutigen Schmelzform des K. J. V. nicht. Ich sage nicht, daß andere sie nicht haben dürften. Im Gegenteil, ich wünsche es sogar, daß die grosse Majorität der nun einmal durchgeführten Vereinigung im K. J. V. von dem Glauben getragen sein möchte, daß das K. J. V. das einzig richtige für die jüdische Studentenschaft Deutschlands ist. Aber eine ganze Reihe von Individuen, besonders von solchen die im Blau - Weiß erzogen sind, werden nicht von dieser Ueberzeugung getragen sein. Für sie entsteht die Frage, ob sie versuchen sollen, ihre Erziehungsmethode im K. J. V. durchzusetzen, oder ob sie ihre Arbeit außerhalb des K. J. V. beginnen sollen. Der Krieg war bisher der Hauptgrund, weshalb sie geschwiegen haben. Während des Krieges muß dieEinheit gewahrt bleiben. Nun ist es aber doch bekannt geworden, daß in Breslau eine Strümung besteht, die die Fortsetzung der Blau- Weiß-Erziehung dem Geiste nach — wenn auch natürlich in andrer, dem Studenten entsprechender Form — im akademiscften Leben wünscht, die also vollkommen mit der deutschstudentischen Form des K. J. V. brechen will. Darum soll meines Erachtens ruhig und sachlich über die Forderung dieser Blau-Weiß-Strömung gesprochen werden. Ruhig und sachlich, denn diese Blau- Weißen im K.J. V. sind disciplinierte K. J.V.er, die zunächst alles daransetzen werden, ihren Willen im K. J. V. durchzusetzen. Freilich ist es ihnen selbst sehr fraglich, ob sie damit Erfolg haben werden. Sie suchen jedenfalls nach irgend einem gangbaren Wege der Verständigung. Der allgemeinen Stimmung nach zu urteilen, wird es ihnen nicht gelingen, ihre Pläne innerhalb des K. J. V. zur Durchführung zu bringen. Es ist aber überhaupt zu erwägen, ob nicht eine Zweiteilung im Interesse des Ganzen, insbesondere des Zionis-

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